Mehr Datenschutz für meine Leser

by MTBTier on 05.02.2010

Wie man hier nachlesen kann, steht seit Ende November fest, dass die IP-Adresse in Deutschland als personenbezogene Information gilt und somit nicht ohne Zustimmung des Website-Besuchers gespeichert werden darf. Leider hat man als Privatblogger mit Webspace auf einem fremdbetriebenen Server kaum vollständigen Einblick, wer die IP-Adressen der eigenen Besucher wie, wann und wofür speichert. Das beginnt zum Beispiel schon bei der Blogsoftware WordPress.
Da ich selbst sehr darauf bedacht bin, nur ausgewählte Informationen über mich im Internet verfügbar zu machen, möchte ich natürlich auch die Privatsphäre meiner Leser nach bestem Wissen und Gewissen bewahren. Deshalb habe ich mit Beginn des Jahres 2010 einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

Dieser Schritt bezog sich auf die statistische Auswertung. Seit über einem Jahr werte ich das Blog mit Google Analytics aus. Von vornherein empfand ich die Präzision und Vielfalt der Messdaten aus Google Analytics nicht nur beeindruckend sondern auch beunruhigend. Auswertungsmöglichkeiten wie der stadtgenaue Standort des Besucher-PCs, die IP-Adresse oder das genutzte Betriebssystem sind zwar interessant für Statistik-Freunde, aber für eine sinnvolle Webseiten-Optimierung nicht zwingend erforderlich.
Deshalb habe ich mich nach einem ähnlich genauen Auswertungstool umgesehen. In diesem Zusammenhang erwähnte man in vielen Blogs und Foren sehr häufig das Tool Piwik Analytics. Im Gegensatz zu Google Analytics sammelt Piwik die Besucherdaten nicht auf dem eigenen piwik-eigenen Server, sondern wird lokal auf dem Host des Blog-Besitzers installiert und betrieben. Die Daten bleiben also schonmal auf dem eigenen Server und werden nicht von einem internationalen Konzern für unbekannte Zwecke abgespeichert. Weiterhin benötigt Piwik nicht zwingend die IP-Adresse des Besuchers. Mit der hier veröffentlichten Anleitung kann man Piwik so konfigurieren, dass es überhaupt keine IP-Adresse mehr speichert. Diese kleine Code-Veränderung habe ich für Trails & Bikes bereits durchgeführt. Alle Besucher haben seitdem die IP-Adresse 0.0.0.0.
Trotzdem erhält man notwendige Informationen über die Besucherzahlen, Seitenaufrufe, Suchwörter, Referrer-Links, Aufenthaltszeit und Herkunftsland.

Bis Ende Februar werden auf Trails & Bikes Google Analytics und Piwik Analytics parallel betrieben. So habe ich von einem vollständigen Monat in beiden Systemen die Besucherzahlen erfasst und kann vergleichen, inwiefern beide Analyse-Tools annähernd gleiche Zahlen liefern. Bis jetzt kann ich schonmal sagen, dass Piwik sehr ähnliche Werte wie Google Analytics ermittelt. Es ist also schon ziemlich sicher, dass dieses Blog ab 01.03.2010 ohne Google Analytics weiterläuft. Ein erster großer Schritt in Richtung User-Datenschutz wäre damit schonmal getan. Weitere folgen in unregelmäßigen Abständen im Rahmen der Blog-Optimierung.

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Spoony 05.02.2010 at 05:54
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Aber Dein Blog ist doch gar nicht auf einem deutschen Server, oder? Zudem dachte ich, dass die ISP die Adresse speichern müssen. Und wir sollten es nicht dürfen? Also da habe ich bei Google Analytics wenig Skrupel. Wer Paranoia hat schaltet halt die Skripte ab! Sowieso, ich denke die meisten von uns haben ja dynamische Adressen, da wird es schwierig jene einer Person zuzuordnen.

Lutz Balschuweit 05.02.2010 at 08:13
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*nicht.ganz.ernst.modus.an*

Ach Du darfst sogar meine Adresse noch mal haben falls Du sie verlegt haben solltest. Wer braucht schon eine IP-Adresse für ein Päckchen ;-)

*nicht.ganz.ernst.modus.aus*

Viele Grüße
Lutz

Gerd 05.02.2010 at 18:44
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Ich merke immer wieder das ich keine Ahnung von irgendwas habe!?!?
Aber ich komme ganz gut klar damit! ;-)

MTBTier 05.02.2010 at 20:10
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@Spoony: Alles richtige Argumente, die wohl auch in den Diskussionen zu dieser Entscheidung genannt worden sind. Nun haben die entsprechenden Datenschutzbeauftragten aber beschlossen, dass die IP-Adresse in Deutschland eine personalisierte Info ist. Wann die gesetzliche Durchsetzung in Kraft tritt und wie hart sie durchgezogen wird, weiß ich leider noch nicht. Aber ich bevorzuge da doch lieber den juristisch konformen Weg, um nicht in die Zwangslage zu kommen, eine Klage/Anzeige teuer abwehren zu müssen.
Zum Thema Server-Standort: Stimmt. Der steht in den USA. Allerdings sind Webseiten in Deutschland Impressumspflichtig, wenn sie eine öffentliche Zielgruppe ansprechen. Der Rechtsstand entspricht dann der Adresse im Impressum. Vielleicht mach ich ja noch einen Briefkasten auf den Bahamas auf. ;-)

@Lutz: *nicht so ernst modus versteh* Es kann durchaus sein, dass Du bald ein Päckchen bekommst. Denn Dein Gewinn (Fahrradkette) liegt seit dieser Woche beim Händler. Ich hoffe, dass ich nächste Woche dort mal vorbei komme. Anschließend bekommst Du ein Päckchen an Deine IP-… ach nee richtige Adresse. :-)

@Gerd: Ich habe auch nicht unbedingt richtig Ahnung davon. Aber gerade bei solchen gesetzlichen Regelungen sollte man möglichst vorsichtig agieren. Es gibt genug deutsche Anwälte, die ihren Haushalt mit Abmahnstreifzügen im Internet aufbessern wollen.

Lutz Balschuweit 05.02.2010 at 21:16
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Ach so weit geht der Datenschutz dann doch nicht *hab_ich_noch_mal_glück_gehabt* :-)

Spoony 05.02.2010 at 22:32
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Ich bin verwirrt… Bei dir ist ja im Gegensatz zu anderen Seiten keine Adresse im Impressum zu finden. Dies hier ist doch formell kein deutscher Blog, oder? Und was ist den mit mir, ich habe einen Schweizer Blog auf einem Deutschen Server? Mann, das ist wirklich kompliziert.
@FotoinsInternetsteller, also wer sein Portrait-Foto öffentlich ins Netz stellt, muss ich tatsächlich um alles technische keine Sorgen mehr machen… ;-)

Maddin 05.02.2010 at 23:09
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Das Du keine Google Tools verwenden willst kann ich gut verstehen, da mache ich auch einen Bogen drum. Aber das mit dem Speichern der IP Adressen? Die werden doch schon vom Internet Provider gespeichert und weiß der Geier auf wievielen Seiten noch, die ich täglich besuche. Wobei ich aber auch tatsächlich nicht genau weiss, was bei meinem Hoster im Hintergrund passiert. Da gehts mir eher ähnlich wie Gerd. Und die Analysen über Besucher und mit welchem Browser meine Seite besucht wird, bekomme ich auch von meinem Hoster.

MTBTier 05.02.2010 at 23:58
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@Spoony: In meinem Impressum (nicht die About-Seite) ist eine gültige Adresse einsehbar. Allerdings ist die nicht offensichtlich zu finden und auch nicht über Suchmaschinen zu finden, weil sie als Grafik online steht.
Ansonsten ist das mit dem Rechtsstand gar nicht so verwirrend. Die Rechtslage richtet sich nach der Adresse des Website-Inhabers. Wo der Server steht, ist – zumindest nach dt. Rechtsverständnis – egal. Berichtigt mich, wenn ich da was falsch verstanden habe.

@Maddin: Ich stehe Google wesentlich unkritischer gegenüber als Du denkst… immerhin nutzt mein Handy Android. ;-) Mir liegt aber die Privatsphäre der Nutzer am Herzen. Klar, wer hier kommentiert, sieht das nicht übertrieben kritisch. Denn immerhin muss derjenige eine Emailadresse hinterlassen. Es gibt aber auch andere Internetuser, die sich anonymer bewegen möchten. Zu deren Schutz wurden diese Datenschutzbestimmungen so straff festgelegt. Denn nicht jeder, der auf Privatsphäre wert legt, weiß wie man sich diese im Internet (z.B. durch Browserplugins wie z.B. Ghostery) bewahrt. Trotzdem sollten seine Grundrechte geachtet werden. Das versuche ich hiermit Schritt für Schritt umzusetzen.
Für Euch als kommentierende Stammleser hat das im Endeffekt keine negativen Folgen. :-)

Ralph 06.02.2010 at 08:58
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Da ich einen Blog habe wo meine Daten stehen, eine Team-HP habe wo meine Daten stehen, mich übers Internet bei Wettkämpfen anmelde, Sachen übers Netz bestelle und sogar meine Geldgeschäfte von Zuhause erledige, mache ich mir um meine IP nun wirklich die geringsten Sorgen :lol: Und übrigens ist “google” nicht schlimmer oder besser als andere!! Er ist nur immer in aller Munde.

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