Projekt “Custom GT” abgeschlossen

by MTBTier on 18.08.2009 · 0 comments

in Bekleidung,Komponenten

Alles begann im Frühjahr 1998 mit einem Hardtail der Marke Bulls, einer Rock Shox Indy XC und einer kompletten Shimano-Deore-LX-Ausstattung. Es folgten viele gefahrene Kilometer, durchgearbeitete Sommerferien und ab und zu ein Highend-Teil, für das die alten Komponenten Platz machen mussten. Das Gewicht des Bikes verhielt sich dabei stets indirekt proportional zur Gesamtinvestion.
Eins grobes Tuning-Ziel wurde bereits im ausklingenden Alt-Jahrtausend deutlich:

Kompromissloses Race-Setup: Luft-Öl-gedämpfte Federgabel, 130-mm-Vorbau mit Minus (!) 5° Neigung und XTR-Komponenten, soweit es die Kaufkraft eines Teenagers erlaubte.
2001 dann der endgültige Tuning-Schritt zu einem Traumbike: Ein Bekannter aus dem Fahrradverein bot dem Tuner einen 16,5″ GT-Rahmen aus dem Baujahr 1996 (hand welded in the USA) für 300,- DM an. Es wurde ihm als GT Zaskar LE verkauft. Dabei hätte es sich aber genauso gut um ein Tempest handeln können. Die wahre Identität des Rahmens wird wohl für immer unter der schwarzen Kunststoffbeschichtung verborgen bleiben.
Das Gewicht des Bikes sank weiter und plötzlich… 2003… stand das Fahrrad nur noch da und wurde nicht mehr bewegt. Der Teenager wurde zum Studenten. Aus Liebe zum Mountainbike, kam es nicht mit in die große, böse Studentenstadt, wo alles mit zwei Rädern ein potenzielles Diebstahlopfer darstellte.
Fast 4 Jahre sollte das MTB so vor sich hin verstauben, bis sich der mittlerweile (ex-)rauchende und E-Bass spielende Student wieder auf seine alte Liebe besann. Die erste Ausfahrt seit 2003 war ernüchternd. 15 km unter größten Anstrengungen. Das GT bestrafte den untreuen Recken mit trägen und störrischen Lenkmanövern. Noch 2 Tage nach dieser Fahrt schmerzte ihm das Kreuz.
Doch die alte Liebe glimmte noch immer zwischen Beiden.
Mit kürzerem Vorbau und breiterem Lenker verwandelte sich das kompromisslose Uphill-Geschoss in eine übermächtige Trail-Maschine. Damit entfachte sich das alte Feuer wie eine Stichflamme und das Tuning ging weiter.

Seit Freitag ist es nun fertig: Mein Custom GT – ein Traum in Schwarz und Rot. Mit dem neuen Laufrad, bestehend aus einer DT Swiss 240s Nabe und einer DT Swiss XR 4.1 Felge wurde das letzte Originalteil von 1998 ersetzt (Shimano Deore LX Nabe). Damit hat das Mountainbike ein akzeptables Endgewicht von ca. 10,3 kg erreicht.
11 Jahre Tuning. Gesamtausgaben, für die man sich jetzt ein überirdisches Premium-Fully von der Stange kaufen könnte. Aber auch die Gewissheit, dass eine Trennung nur unfreiwillig stattfinden kann.
Es war ein Projekt, in dem sehr viel meines Herzblutes steckt. Wenn es jemanden gibt, der mir sagt, dass es heraus geschmissenes Geld wäre und ich mir dafür alle 2 Jahre ein Top-Bike hätte kaufen können, müsste ich über denjenigen nur müde schmunzeln.
Ihm entgeht ein überwältigendes Gefühl von wehmütiger Zufriedenheit nach Vollendung dieses Projekts. Ihm entgeht eine Traube von 16-Jährigen im Fahrradladen, die ehrfürchtig sabbernd jedes einzelne Bauteil des Mountainbikes betrachten. Ihm entgehen Gratulationen und neugierige Blicke von Bikern, mit wesentlich moderneren und hochwertigeren Vehikeln. Ihm entgeht die Gewissheit, einen Oldtimer zu besitzen, den man genauso hart ran nehmen kann, wie ein Bike auf dem aktuellen Stand der Technik. :-D

Im Rausch dieser Gefühle, habe ich mir gleich noch ein neues Trikot und Höschen für den VBM zugelegt. Seht selbst. Tests der einzelnen Produkte werden natürlich auch bald hier erscheinen.


MTB

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