Das schöne Wetter und die daraus resultierende Fahrerei hätte mich beinahe vergessen lassen, dass noch ein Testbericht aussteht. Die Touren der letzten Wochen haben aber auch wesentlich dazu beigetragen, viele Eindrücke über die Adidas adistar XC Race Click-Schuhe zu sammeln. Seit der Anschaffung Ende Dezember 2008 haben mich die Schuhe nun auf über 550 km über Asphalt, Schotter und durch Schlamm begleitet. Dabei waren sie bei Temperaturen von -2 bis +22°C an den Füßen.
Zuerst einmal zur unangenehmsten Eigenschaft der Click-Schuhe: dem Preis. Der Listenpreis ist von Adidas mit EUR 215,- angegeben. Ich selbst habe die 2007er-Modelle beim Fahrradhändler meines Vertrauens neu für EUR 150,- erhalten, da sie in meiner (kleinen) Schuhgröße ziemliche Ladenhüter waren. Eben habe ich nochmal bei einschlägigen Online-Shops recherchiert. Dort gibt’s dieses Modell teilweise schon ab EUR 110,-.
Mit der Anprobe von Adidas-Schuhen fällt mir außerdem immer wieder auf, dass ich diese eine halbe bis ganze Größe größer kaufen muss. Scheint an der firmeneigenen Maßtabelle zu liegen.
Die harten Fakten:
Gewicht | 330 g/Paar
Farbe | schwarz (auch in rot erhältlich)
Obermaterial | Synthetisch
Futter | Synthetisch
Sohle | Gummi & Carbon
Verschluss | 2 Klettverschlüsse und eine Ratsche
Extras | jeweils 2 montierbare Stollen
Verarbeitung: Auch nach dem ersten Eindruck wirken die Schuhe durch und durch hochwertig und durchdacht designt. Das Obermaterial setzt sich aus einem robusten festen Kunststoff und leichten, luftdurchlässigen Textilzonen zusammen. Bereiche, die beim Fahren durch Abrieb, (Stein-)Schläge oder andere Hindernisse gefährdet werden, sind durch den stabilen Kunststoff geschützt. Über dem Spann und an der Innenseite des Schuhs befinden sich netzartig ausgeführte Textileinsätze, die eine gute Durchlüftung erzeugen sollen. Trotz der stabilen Außenhaut fühlt sich das Futter angenehm und dezent gepolstert an. Die Einlage ist perforiert, um auch an der Fußsohle eine gute Durchlüftung zu ermöglichen. Die Schuhsohle ist stabil an den Schuh vulkanisiert und im Fersenbereich zusätzlich vernietet. Die Carbonplatte ist zwischen dem Schuh und dem Stollenprofil aus Gummi eingebracht. An ihr wird auch der Pedal-Cleat befestigt. Ein schönes Detail ist dabei die aufgedruckte Skala. Diese erleichtert die gleichmäßige Montage des Cleats an beiden Schuhen.
Das Tragegefühl: Beim ersten Mal Anprobieren schoss mir sofort ein Gedanke durch den Kopf: “Uff! Der ist ja leicht.” Auf allen Touren mit diesem Schuh, kam nie ein Gedanke an den Schuh selbst auf. Warum? Man bemerkt ihn einfach nicht! Nichts drückt oder kratzt. Beim Laufen bemerkt man nur bedingt, dass man eine starre Sohle hat, da die Form der Sohle die Abrollbewegung unterstützt. Der Cleat liegt tief im Stollenprofil, so dass dieser auf ebenem Boden keinen Kontakt zum Untergrund hat. Dennoch ist um den Cleat ausreichen Luft, um ihn gut ins Pedal einzuklicken.
Die Stollen hatte ich noch nicht im Outdoor-Einsatz. Sie sind relativ lang und mit Metallkappen verstärkt. Beim Ausprobieren in der Wohnung zeigte sich, dass der Schuh mit Stollen seine guten Abrolleigenschaften komplett verliert. Ihr Einsatz macht wahrscheinlich nur bei einem extrem losen, weichen oder geröllartigen Untergrund Sinn.
Geschwitzt habe ich in diesem Schuh bis jetzt noch nicht. Die Lüftungseinsätze funktionieren also auch. Das kann bei Temperaturen unter 5°C allerdings richtig unangenehm werden. Denn dann wird es extrem kalt an den Fußzehen, so dass man winddichte Überschuhe schon bei Temperaturen benötigt, die bei anderen Bike-Schuhen erst ab 0°C notwendig wären.
Das Verschlusssystem hat mich beim Kauf erst etwas abgeschreckt, da ich kein Freund von reinen Klettverschluss-Schuhen bin. Mittlerweile hat es mich vollends überzeugt. Durch die Gestaltung des Verschlusses ohne extra Zunge lassen sich die Adidas adistar XC Race sehr schnell anziehen und verschließen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Triathleten dieses Kriterium beim Umziehen durchaus als wichtig bewerten. Hat man den Schuh etwas zu locker oder zu straff geschlossen, kann man diesen Fehler auch während der Fahrt mit einem kleinen Handgriff korrigieren.
Weitere Eindrücke: Beim Durchfahren von Pfützen und Bächen werden die Füße regelmäßig nass. Hier zeichnet sich nochmals das gute Lüftungskonzept des Schuhs aus. Dieser trocknet auch auf einer kleinen Runde noch während der Fahrt.
Ebenso angenehm ist die Reinigung des Schuhs. Da er komplett aus Kunststoffen besteht kann man ihn sorgenlos mit kaltem Wasser abspülen/-schrubben. Ich habe ihn sogar schon mit Spülmittel gereinigt und danach nochmal in einem Wassereimer komplett ausgewaschen. Ist alles kein Problem.
Fazit:
Der Adidas adistar XC Race ist der ideale Click-Schuh für den Sommer. Man schwitzt nicht und er trägt sich leicht, ja nahezu unspürbar. Wie sein Name schon sagt, ist er für Cross-Country-Wettkämpfe entwickelt worden. Das macht sich auch an der einfachen und schnellen Einstiegsmöglichkeit bemerkbar. Selbst Tragepassagen stellen kein Problem mehr dar, denn man kann damit… hört hört… richtig gut laufen!
Da man den Schuh mittlerweile schon fast für die Hälfte des Listenpreises bekommt, gilt nicht einmal der Preis als Ausschlusskriterium. Einzig die starke Auskühlung des Fußes bei niedrigen Plusgraden stört. Hierfür wäre dann die Anschaffung von Winter- oder Überschuhen anzuraten.
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{ 3 comments… read them below or add one }
Der hört sich richtig gut an. Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Sommermodell. Danke für deinen ausführlichen Bericht. Mal sehn was der Frühling so bringt!
Das mit den Grössen ist so’n Problem, ich habe
normalerweise 45/46, bei Shimano hatte ich
GRÖSSE 48!!!!!!!!!!!! Wahnsinn sonne Mauken
Aber Dein Schuh ist schon klasse!
Hallo,
ich fahre den Schuh jetzt seit über einem Jahr und kann den Bericht nur bestätigen. Man merkt ihn kaum am Fuß. Super angenehm zu tragen. Griffige Sohle, auch auf längeren Tragepassagen, sehr bequem. Das mit den kalten Temperaturen ist natürlich so ne Sache. Ich bin normalerweise nicht so empfindlich, aber ab +5-+6 müssen winddichte Überschuhe drüber, sonst wird’s sehr ungemütlich. Dafür dampfen die Socken aber nicht bei + 25. Was will man mehr!
bis dahin
Henning
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