Test: The North Face – Aurora Jacket

by MTBTier on 06.11.2009 · 2 comments

in Bekleidung,Test

northface_aurora_ansicht Die Kleiderwahl in den Übergangsmonaten ist manchmal nicht ganz trivial. Bei Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ist die Gefahr groß, sich zu kalt oder zu warm anzuziehen. Und das gilt nicht nur für die Bekleidung beim Outdoor-Sport.
Das Stichwort Zwiebelschalenprinzip ist in diesem Zusammenhang für Euch sicherlich nichts Neues. Für die 2. Schicht bevorzugte ich bislang eng anliegende Baumwoll-Strickjacken ohne jegliche Funktion. Im Oktober habe ich mal meine Prinzipien über den Haufen geworfen und nach einer Alternative aus Fleece gesucht. Leider gefallen mir die meisten Fleece-Jacken nicht, weil sie für meinen Geschmack zu locker (schlabbrig) geschnitten sind. Doch dann habe ich die Aurora Jacket (Men’s) von The North Face in Heather Grey entdeckt.

Verarbeitung und Preis
Die Aurora Jacket ist keine herkömmliche Fleece-Jacke. Sie ist aus Stretch-Fleece hergestellt.
Dieses besteht zwar auch aus 100% Polyester, ist aber etwas dehnbarer als normales Fleece. Zusätzlich sind in den Flanken, Schultern und Ärmeln schwarze Segmente aus einem sehr elastischen Polyester-Elastan-Textil (94%, 6%) eingearbeitet. Besonders durchdacht ist der zweilagige, hoch schließende Fleece-Kragen, der den Hals gut vor Kälte schützen soll.
northface_aurora_detail Der Stoff ist nicht viel stärker als der eines stärkeren Baumwoll-T-Shirts. Saum von Ärmel und Jacke sind solide abgesteppt. Ebenso stabil sind die zwei großen Innentaschen eingenäht. Allerdings schließen diese so knapp mit der Jacke ab, dass Gegenstände ab der Gewichtsklasse eines Handys die Innentaschen unter der Jacke hervorschauen lassen. Dadurch sind diese im Prinzip unbrauchbar.
Die zwei Seitentaschen mit Reißverschluss sind schon eher als Transportbehälter zu verwenden. Mehr als Haus-, Autoschlüssel und ein Handy nehmen die jedoch auch nicht auf.
Für kleinere Geldbeträge, Kreditkarten, Ausweise o.ä. ist die RV-Tasche auf dem linken Oberarm sehr gut geeignet. Sie scheint stabil auf das Fleece aufgeschweißt zu sein.
northface_aurora_armtasche Allgemein macht die Jacke einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Die Reißverschlüsse sind durchweg leichtgängig und machen einen soliden Eindruck. Die Bedienung mit einer Hand ist kein Problem.
Meine Küchenwaage meint zur The North Face Aurora Jacket 326 Gramm. Gemessen am Materialeinsatz, ist das angenehm leicht. Dennoch bezweifle ich, dass die gute bis sehr gute Verarbeitung einen Preis von 89,95 EUR rechtfertigt.

Passform und Tragegefühl
Ursprünglich wollte ich eine richtig eng anliegende Jacke haben. In Größe M erfüllt die Aurora Jacket diese Anforderung bei mir (1,70 m) leider nur um Hals, Schultern und Brust. Das hat mich anfangs gestört. So passt allerdings noch ein etwas dickerer Pullover unter die Jacke. Und das steigert den Einsatzbereich der Jacke bis in die einstelligen Minusgrade.
northface_aurora_getragen Um den Hals schließt der Kragen hoch unter dem Kinn ab. Bei einer Kragenweite von 38 bis 40 cm liegt er bündig am Hals an und hält sehr schön warm. Im Oktober konnte das die Jacke bereits bis zu Temperaturen von -2 °C beweisen.
Unter dem modischen Aspekt wirkt die Länge der Aurora Jacket (bis knapp unter den Hosenbund) sehr ansprechend und sportlich. Der Jackensaum liegt leider nicht eng genug am Körper an. So einen einladenden Eingang zum Körper nimmt natürlich jedes kalte Lüftchen gern in Anspruch.
Die Ärmel sind schön lang und können vollständig über den Handrücken gezogen werden. Die Aussparung im Ärmel für den Daumen ist praktisch, wenn man über die Jacke Handschuhe ziehen möchte. Ohne Handschuheinsatz sind diese zwei Öffnungen auch wieder eine tolle Einladung für Wind.
Bei wenig Luftbewegung kann man sich mit dieser Jacke als oberste Bekleidungsschicht im Bereich um +/- 0 °C gut warm halten.

Funktion und Details
Eigentlich bietet The North Face’s Stretch-Fleece keine überragenden Textilfunktionen. The North Face verweist lediglich auf die kurze Trockenzeit des Gewebes bei Nässe.
Mit Ausnahme der windempfänglichen Jackenöffnungen scheint das Gewebe normale Windstärken ganz gut abzuhalten. Einen 10-minütigen Aufenthalt im Regen macht das Gewebe ohne Probleme mit. Nässe hat mir die Jacke bis jetzt noch nicht durchgeleitet.
Trotz der geringen Stoffdicke leistet das Fleece gute Dienste und hält sehr gut warm. Ich habe bei Temperaturen um 5-7 °C nicht gefroren, obwohl ich nur ein Baumwoll-T-Shirt unter der Jacke getragen habe. Zur Nachahmung ist das lieber nicht zu empfehlen, weil ich allgemein recht temperaturunempfindlich bin.
northface_aurora_hand Die Aurora Jacket bietet viele Details. Da wären die stabilen Reißverschlüsse und die vielen Taschen. Die Innentaschen empfinde ich persönlich leider als unbrauchbar. Schon bei Gegenständen, die schwerer als eine Landkarte sind, ziehen die Taschen ganz schön an der Jacke. Sperrige Schlüssel beulen die Taschen unschön aus.
Die Ärmeltasche gefällt mir richtig gut. Sehr praktisch für den Bargeldtransport, wenn man nicht das ganze Portemonnaie mitschleppen möchte.
Die Daumenschlaufen werden im Winter sicherlich noch interessant. Zur Zeit stört mich diese exponierte Windangriffsfläche ein bisschen.

Fazit
Die The North Face Aurora Jacket überrascht angesichts des dünnen Materials und der geringen Masse mit guten Thermo- und Trageeigenschaften. Allerdings ist und bleibt sie eine Jacke für die zweite Bekleidungsschicht. Für guten Schutz gegen Wind und Regen empfiehlt sich zusätzlich eine dünne Softshell-Jacke für darüber.
Unter diesem Aspekt sind die vielen Verstauungsmöglichkeiten überdurchschnittlich aber leider auch etwas überdimensioniert für die Stabilität der Jacke. Ebenso empfinde ich den Preis als zu hoch. Knapp 90 EUR für eine Kleidungszwischenschicht sind extrem teuer. Wer keine extremen Anforderungen an das Jackengewicht hat, ist mit einer Baumwoll-Strickjacke für die Hälfte des Preises besser beraten.

Funktion (35%)
Verarbeitung (25%)
Bedienung (25%)
Preis (15%)


MTB

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1 Gerd November 7, 2009 at 19:34

Schickes Teil. Würde mir auch gefallen.
Wenn ich nicht schon soooo viele Jacken hätte. ;-)

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