Test: Falk IBEX40 – Navi fürs Fahrrad

by MTBTier on 01.07.2011 · 2 comments

in Test,Zubehör

Falk IBEX40 GPS Outdoor ComputerGPS-Fahrradcomputer gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Alle bieten gute Tracking-Funktionen, teilweise auch Herzfrequenzmessung und umfangreiche Auswertungssoftware an. Unter vielen Mountainbikern und Rennradlern hat sich dafür z.B. der Garmin Edge 705 schon ziemlich als Klassiker etabliert.
Den meisten dieser Outdoor-GPS-Geräte mangelt es jedoch an einer wirklich guten Navigationsfunktion. Zwar können bereits aufgezeichnete GPS-Tracks abgefahren werden, aber die automatische Streckenfindung von A nach B scheitert oft an dafür geeigneten Karten.
Der Falk IBEX40 soll genau diese Lücke schließen. Ich durfte den IBEX40 in den letzten Wochen ausgiebig testen und möchte Euch diese Testergebnisse natürlich nicht vorenthalten.


Technische Daten

Der Falk IBEX40 kennt in fast allen Bereichen eigentlich nur ein Attribut: groß! Das fängt leider schon beim Preis an. Fast 480,- EUR Listenpreis verlangt Falk für das Gerät. Groß sind auch die Maße. Mit 11 x 7,8 x 2,5 cm erinnert das doch mehr an ein Autonavi als an ein leichtes Sport-Gadget. Die ca. 200g Gewicht sind auch nicht gerade das, was der High-End-Mountainbiker als Leichtbau interpretieren würde.
Die Steuerung findet hauptsächlich über den Touchscreen statt. 2 nach IPX7-Standard wasserdichte Knöpfe sind seitlich angebracht. Mit ihnen kann das MTB-Navi angeschaltet, der Bildschirm gesperrt bzw. in Standby geschaltet und das Einstellungsmenü aufgerufen werden.
Ganz groß ist der IBEX40 dann richtig beim Kartenmaterial. Ganz Deutschland ist als hochauflößende topographische Karte installiert (1:25.000). Das ist definitiv ein starker Trumpf, den Falk gegen die Konkurrenz von Garmin u.a. ausspielt. Denn bei denen muss das Kartenmaterial nochmals teuer zum ebenfalls teuren Gerät erworben werden. Für die Vor- und Nachbereitung von Touren liegt die Software Magic Maps Tour Explorer 5 bei. Und das sind immerhin 9 DVDs mit dem ebenfalls sehr detaillierten Kartenmaterial und der Möglichkeit, Touren auch in einer dreidimensionalen Kartenansicht anzusehen und zu planen. Unzählige Fahrradrouten für ganz Deutschland sind aber auch schon auf dem IBEX40 vorinstalliert.
Eine Lenkerhalterung ist im Lieferumfang ebenfalls enthalten. Persönlich ist mir dieser GPS-Computer aber doch zu groß, um ihn an mein Cockpit zu schrauben.
Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig: Keine scharfen Grate am Kunststoffgehäuse, ein sauber einrastender und schließender Akkudeckel und das etwas tiefer liegende, mattierte Display. All das erweckt den Eindruck, dass dieses der IBEX widrigen Outdoor-Bedingungen ohne Mühe standhalten wird.
Professionelle Sportler werden sich an der fehlenden Herz- und Trittfrequenzmessung stören.

Bedienung und Funktion

Touchscreens entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und hinsichtlich der intuitiven Benutzung sind diese auch sehr hilfreich. Aber gerade im Mountainbike-Sport, wo man doch auch gern mit Vollfingerhandschuhen fährt, ist es schwierig, sich so präzise und schnell durch die Optionen zu bewegen. Die zwei seitlich angebrachten Knöpfe sind da wesentlich besser zu bedienen, wobei es ihnen ein wenig an einem definierten Druckpunkt fehlt. Letztendlich muss man nach deren Betätigung sowieso weitere Selektionen auf dem Touchscreen treffen.
Das Display besticht durch ein scharfes Bild und sehr gute Ablesbarkeit auch bei starker Sonneneinstrahlung. Die darauf abgebildeten Karten sind schlichtweg eine Wucht! Hier merkt man, das Falk als Kartenverlag auf sehr gute Quellen zurückgreifen kann.
Beim Satellitenempfang habe ich keine bösen Überraschungen erwartet. Der Falk IBEX findet binnen 30 Sekunden ausreichend Satelliten zur präzisen Navigation und verliert diese auch in tiefen engen Tälern auch nicht.
Das Highlight ist natürlich die Navigation. Akkustische Ansagen von Richtungswechseln sind klar verständlich und laut genug, um sie auch im Geschüttel auf knackigen Trails zu verstehen. Da im Kartenmaterial umfangreiche Wander-/Offroad-Wege enthalten sind, kann man mittels Zieleingabe – wenn man vorher die Nutzung von Straßen deaktiviert hat – sehr schöne Touren durchs Gelände präsentiert bekommen. Singletrail-lastige Touren sind jedoch nicht immer zu erwarten, da doch viele dieser Trails nicht als offizielle Wanderwege geführt werden. Im Test der Navigation auf meiner Hausrunde musste ich so auf zwei technisch interessante Abfahrten (ins Elstertal) verzichten. Ansonsten ähnelte die Strecke aber haargenau meiner ursprünglich gewünschten Route. Für die automatische Routenerstellung kann man im Vorfeld zwischen verschiedenen Optionen wählen, die entweder die Strecke so (un-)profiliert oder so kurz wie möglich gestalten.
Während und nach der Tour kann man alle essentiellen Tourdaten abrufen und im Nachhinein auch speichern. Ein Höhenprofil kann man permanent in die Kartenansicht einblenden lassen. Auf einer Testrunde in den Harburger Bergen bei Hamburg (Ja, ich war die letzten Wochen mal ein bissl in Deutschland unterwegs ;) ) kamen dabei aber recht hohe Werte heraus. Das lässt mich darauf schließen, dass im Falk IBEX40 auch ein barometrischer Höhenmesser arbeitet. In Anbetracht des sehr starken Kartenmaterials halte ich es aber für besser, wenn das Höhenprofil anhand der enthaltenen Kartenhöhendaten ermittelt wird.
Eine Schwachstelle in der Funktion ist der Akku. Falk gibt eine Laufzeit von 10 bis 15 Stunden an. In all meinen Testrunden war nach ungefähr 3 Stunden der Saft raus. Das ist definitiv nicht ausreichend für ausgedehnte bzw. Mehrtagestouren in abgelegenen Landstrichen. Immerhin kann man den Akku ohne spezielles Werkzeug austauschen. Für eine Alpenüberquerung, auf der man auch mal 9 Stunden im Sattel sitzen kann, muss man dann aber schon lieber 4 Akkus dabei haben. Das ist in der Praxis eigentlich nicht realisierbar. Zumal diese ja dann auch wieder über Nacht aufgeladen werden müssen.
In der Globetrotter-Filiale in Hamburg, habe ich mich darüber mit einem Mitarbeiter ausgetauscht. Er meinte, dass Falk da demnächst nachbessern möchte. Vielleicht kommt ja demnächst ein Firmwareupdate, dass die Stromverbrauch optimiert.

Ein echtes Fahrradnavi, aber nicht für Profis

Falk ist mit der IBEX-Serie noch recht frisch auf dem Markt der Outdoor-GPS-Geräte. Vielleicht rühren daher noch die etwas unbeholfenen Abmessungen, die stark an Kfz-Navigationssysteme erinnern. Der Lieferumfang und die Qualität des Kartenmaterials hat mich auf jeden Fall vom Hocker gehauen. Für so schön detaillierte Karten sowohl auf dem Gerät als auch in der beigelegten Software, wäre ich allein schon fast bereit, mehr als 400 EUR auszugeben.
Die Navigation funktioniert! Sie bietet einem sogar in unbekannten Regionen gute Einblicke in die Offroad-Landschaft. Da hat Falk gegenüber der Konkurrenz wirklich ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen.
Leider fehlt für die sportliche Nutzung des Geräts zumindest eine Herzfrequenzmessung und -aufzeichnung. Auch die Akkulaufzeit erlaubt keine ausgedehnten MTB Touren.
So bleibt am Ende leider nur die Empfehlung des IBEX40 für Gelegenheitsradler, die sich mangels Ortskenntnis mal über ein paar schöne Wanderwege lotsen lassen wollen. Ob diese Zielgruppe allerdings bereit ist, fast 500 EUR für ein GPS-Gerät auszugeben, bezweifle ich. Wobei… es kann wie alle anderen Falks auch für die Autonavigation genutzt werden. Dahingehend ist es eigentlich universeller einsetzbar.
Für gut 100 EUR weniger gibt es den Falk IBEX30. Er ist prinzipiell baugleich, enthält dann aber leider kein so ausführliches Kartenmaterial. Doch gerade dieses wäre für mich der Hauptanschaffungsgrund.
Ihr könnt den Falk IBEX40 übrigens gerade bei einem Gewinnspiel auf discover-outdoor.de gewinnen.

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Funktion (35%)
Verarbeitung (25%)
Bedienung (25%)
Preis (15%)

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1 serena ballmer Juli 28, 2011 um 09:08

Da hätte auch ein Navi nichts mehr gebracht!! :-)

Nach einer langen Wanderung auf den Rigidalstock, findet ein Bergsteiger ein Mountainbike, ein BMC, das am Gipfelkreuz abgeschlossen wurde. Das ist schon ein seltsamer Ort, um ein Mountainbike abzuschliessen, mitten in den Alpen, in schwindelerregender Höhe. Das ist wohl das letzte, was man auf einer Bergtour beim Bergsteigen erwartet: Ein Freeride Mountainbike. Eine Trailabfahrt vom Gipfel ist wohl nicht möglich.

2 Umzugsunternehmen Leipzig August 26, 2011 um 07:52

Danke für den interessanten Testbericht. Suche schon eine Weile nach etwas passenden, nur leider gibt es zu dem Thema nie so richtig Berichte, was die Systeme können. Von daher, echt klasse von dir das mal so ausführlich niederzulegen.

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