Test: LED LENSER M7 – Taschenlampe für Profis und “Normalos”

by MTBTier on 28.07.2010 · 7 comments

in Test,Zubehör

[Trigami-Review]

Vor einem knappen Jahr hatte ich bereits die LED LENSER Taschenlampe M1 getestet und vorgestellt. Nun hat Zweibrüder Optoelectronics eine neue Microcontroller geregelte Taschenlampe ab 09.08.2010 am Start: Die LED LENSER M7. Im Vergleich zu den Modellen M1 und M5 fällt sofort auf, dass die Microcontroller-Serie mit dem neuen Taschenlampenmodell erwachsen geworden ist. Das zeigt sich neben Größe und Gewicht vor allem in der unglaublichen Lichtleistung und dem sagenhaften Umfang an Lichtprogrammen. Damit wird sie sowohl als Outdoor-Taschenlampe für Freizeitabenteurer als auch für Profis als taktische Taschenlampe interessant.

Technische Daten & Verarbeitung

  • Lichtstrom: max. 220 Lumen
  • Leuchtweite: max 255 m
  • Leuchtdauer: max. 11 h
  • Masse: 193 g
  • Länge: 137 mm
  • Stromversorgung: 4x AAA
  • 16 Lichtfunktionen verteilt auf 3 Lichtprogramme
  • 2 Energiemodi
  • Smart Light Technology
  • Advanced Focus System
  • UVP: 99,90 EUR

Wie bei allen LED LENSER M-Modellen kann das intelligente Licht der M7 von einem Microcontroller gesteuert werden. Im sogenannten Energy Saving Mode wird die Helligkeit des Lichts bei längerer Betriebszeit kontinuierlich reduziert, um ein Überhitzen der Hochleistungs-LED zu verhindern und den Stomverbrauch zu reduzieren. Wer immer die vollständige Leistung benötigt, kann in den Constant Current Modus wechseln. In diesem bleibt die Helligkeit der LED LENSER M7 über die gesamte Leuchtdauer fast gleich hell. Zwischen beiden Modi wechselt man durch 8-maliges Antippen und anschließendem Einrasten des Tasters

An der Verarbeitung der M7 habe ich rein gar nichts zu Bemängeln. Das robuste Metallgehäuse ist spritzwassergeschützt. Durch den modularen Aufbau der LED-Leuchte ist sie gut zu warten und kann im Schadensfall durch Ersatz des entsprechenden Moduls schnell und einfach repariert werden.
Sämtliche Kontakte der M7 sind hartvergoldet, damit der Strom verlustarm und ungefährdet von Korrosion durch die Hochleistungs-LED geleitet werden kann.

Bedienung

Dank Ihrer Größe liegt die LED LENSER M7 sehr gut in der Hand. Die knapp 200 g sind ein gutes Verhältnis aus niedriger Masse und gutem Tragegefühl. Die Bedienung des gummierten Tasters an der Abdeckung des Batteriefachs erfolgt mit einem präzisen Feedback.
Persönlich empfinde ich die Lösung etwas unglücklich, sämtliche Energiemodi, Lichtprogramme und Funktionen über diesen einen Taster anzuwählen. Zumindest die Auswahl der Lichtprogramme (Professional, Easy, Defense) hätte man über einen zusätzlichen Schieberegler wesentlich intuitiver umsetzen können.
So muss man für die Erstbedienung die Bedienungsanleitung oder zumindest die Kurzanleitung im praktischen EC-Karten-Format bemühen. Hier wird verständlich erklärt, mit welchen Tasterkombinationen man die gewünschten Programme ansteuert.
Neu bei der M7 ist der Fast Lock – eine Arretierung der aktuellen Fokussierung des Lichtkegels. Die Einhandfokussierung ist wie auch bei vielen anderen LED LENSER Modellen über das Speed Focus System möglich. Es funktioniert nach wie vor sehr solide und schnell.
Neben einer Umhängeschlaufe für die High-End Taschenlampe ist im Lieferumfang noch ein sog. Intelligent Clip enthalten. Er kann an Gürteln, Rucksackträgern o.ä. befestigt werden. Der Clip Mechanismus fixiert die M7 mit einem satten Einrasten. Die Aufnahme ist um 360° drehbar. Bei richtiger Positionierung der LED-Taschenlampe mit dem Clip hat man also auch im Dunkeln noch zwei Hände frei für Outdoor-Aktivitäten.
Im folgenden Video stelle ich Euch nochmal Aufbau und Bedienung der M7 vor:

Es werde Licht!

Das Ende des Videos gab Euch einen kleinen Vorgeschmack auf die wahnsinnige Lichtleistung der LED LENSER M7. Selbst am hellichten Tag sieht man den fokussierten Lichtkreis noch in ca. 10 m Entfernung. Nachts powern die maximal 220 Lumen so stark, dass man noch in über 250 m Entfernung den Lichtkegel auf Objekten auftreffen sieht. Im Naheinsatz sorgt diese extreme Helligkeit für ein Überblenden beim Lesen von Schildern oder Notizen. Dagegen hilft dann z.B: Die Dim-Funktion im Easy-Mode der Taschenlampe.
Ich halte sie in Größe und Funktion jedenfalls perfekt geeignet fürs Geocaching bei Nacht: Abblenden beim Lesen und Schreiben ins Cache-Log, Stroboskop-Licht um Wildschweine, Hirschböcke in der Brunftzeit und Bären(?!) in ihrer Attacke zu verunsichern und das SOS-Programm, falls das nicht funktioniert hat. ;-)

Fazit

Die LED LENSER M7 ist eine professionelle High-End Outdoor-Taschenlampe. Gemessen am Funktionsumfang und dem Leistungsspektrum ist sie dafür mit ihren knapp 100 EUR Listenpreis sogar für Freizeitanwender interessant. Diese Leuchtkraft und Verarbeitung habe ich noch nicht in dieser Größe und für diesen Preis gesehen. Einzig die Bedienung mit nur einem Taster hat mich nicht überzeugt. Ein intuitiv bedienbares Produkt muss auch ohne Anleitung vollständig zu verstehen sein. Das war bei der LED LENSER M7 nicht der Fall.

Für weitere Informationen steht Euch das LED-LENSER-Forum sowie LED LENSER bei Facebook und Twitter zur Verfügung.
Für die richtigen Profis unter Euch wäre eventuell die LED LENSER MT7 interessant, sie bietet dank einiger Modifikationen am Gehäuse eine optimale Bedienbarkeit für den taktischen Einsatz.

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Funktion (35%)
Verarbeitung (25%)
Bedienung (25%)
Preis (15%)

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{ 7 comments… read them below or add one }

1 Tina July 28, 2010 at 14:27

Ich höre nix.

2 bbbaschtl July 28, 2010 at 15:08

Video-Ton ist tatsächlich ziemlich leise. Von der Lichtleistung im Dunkeln hätte ich gerne noch mehr gesehen. Taugt die Lampe von der Helligkeit und der Größe des Lichtkegels zum Biken bei Nacht? Hast Du mal getestet wie lange die Lampe bei voller Leistung brennt?

3 MTBTier July 28, 2010 at 15:21

@Tina: Du hast Recht, der Ton ist gerade in der ersten Videohälfte viel zu leise. Das kommt davon, wenn man mit Kopfhörern Videos editiert. -.-
Der Fehler wird gerade behoben (die CPU rechnet fleißig).

@bbbaschtl: Die Wirkung der Lichtleistung kommt im Video leider schlecht rüber, weil die sich automatische Belichtungsanpassung der Kamera immer anhand der hellsten Stellen orientiert. Werde mal heute Nacht noch einen schönen Nightshot umsetzen und morgen nachreichen.

Von der Leuchtkraft ist das M7 zum biken eigentlich prima geeignet. Der Lichtkegel kann weit genug streuen, um auf Singletrails und Waldwegen den Untergrund gut zu sehen. Da es sich aber um einen Kreisrunden Lichtkegel handelt, ist die Streuung in der Höhe nur bedingt ausreichend, um herein hängende Äste sehen zu können, wenn man damit den Bereich vorm Vorderrad ausleuchten möchte. Vielleicht kann man dieses Problem aber mit einer Befestigung am Helm anstelle des Lenkers korrigieren.

4 Jens July 28, 2010 at 15:34

Ich habe die LED Lenser hier mal ans Mountainbike geschraubt / gebastelt :

http://www.jens-stratmann.de/die-led-lenser-m7-im-ultimativen-taschenlampen-test/2010/07/19

Gruß,
Jens

5 MTBTier July 28, 2010 at 15:44

Danke Jens, das wird bbbaschtl sicherlich weiterhelfen. :-)

6 Florian July 28, 2010 at 19:57

Nettes Spielzeug hast du dir da rausgelassen!

7 MTBTier July 29, 2010 at 17:52

@Florian: Das Lämpchen ist er absolute Hammer! Übrigens ist der gelbe Warnaufkleber am Lampenkopf nicht auf de leichte Schulter zu nehmen. Ein Blick ins Licht und man ist für ca. 2 min ziemlich blind. :lol:

@bbbaschtl: Habe die M7 nun mal im Constant Current Energiemodus (nahezu konstante Leuchtkraft über gesamte Betriebsdauer) an gelassen. Nach 1,5 Stunden war Schluss. Dazu kommen noch ca. 60 min Nettobetriebszeit mit den Batterien für den Testbericht. 2 h Leuchtdauer mit maximaler Leuchtkraft sollten also schon drin sein. Für MTB-Touren in Deiner Größenordnung wird das wohl eher nicht auseichen. Die LED LENSER M7 ist allerdings auch keine explizite Fahrradlampe – StVZO konform ist sie sowieso nicht, da sie viel zu stark blendet. Der Hersteller legt das Einsatzgebiet vielmehr auf herkömmlichen Outdoor-Sport per Pedes und die taktische Anwendung fest.
Leider muss ich mein Versprechen für das Demonstrationsfoto der Helligkeit brechen. Ich habe letzte Nacht zwar über 30 Bilder in 45 min geschossen, aber keins kommt auch nur annähernd an die reale Lichtwirkung heran. Blame it on the photographer, not the lamp.

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