Fahrtechnik bei Schnee

by MTBTier on 14.01.2009 · 0 comments

in Fahrtechnik

Mehr Sicherheit auf dem Bike mit einem Fahrtechnik Kurs
Nachdem bereits beschrieben wurde, worauf man beim Mountainbiking bei Frost achten sollte, gehe ich heute auf Situationen bei Schnee ein.

Allgemein: Ob mit Spikereifen oder ohne: Schnee kostet Kraft. Die Glätte auf festgefahrener Schneedecke oder unter der Schneeschicht birgt ständig die Gefahr eines durchdrehenden Hinterrads. Beim Auto begegnet man dieser Problematik mit hohen Gängen und niedrigen Drehzahlen.
Ganz so einfach ist es auf dem Bike nicht. Vom Prinzip her sollte man zwar auch einen etwas schwereren Gang wählen und dann mit mäßiger Trittfrequenz und dosierter Kraftentwicklung fahren, ausreichend ist das jedoch nicht. Es müssen immernoch Hindernisse (Wurzeln, Steine etc.) überwunden werden. Diese sind oft vom Schnee verdeckt und kommen dann so überraschend, dass mit einer niedrigen Trittfrequenz schnell Schluss mit dem Vortrieb ist. Man muss also permanent die Balance aus Drehzahl und Drehmoment finden.
Helfend wirkt hier die stärkere Verlagerung des Körpergewichts auf das Hinterrad. So erhöht Ihr die Traktion des Antriebsrades und bei plötzlichem Widerstand durch Hindernisse verblockt das Vorderrad nicht so schnell. Logisch, dass damit natürlich nicht so steile Steigungen überwunden werden können, wie im Sommer.

Tiefschnee: Tiefschnee wird oft mit großer Anstrengung verbunden. Die Laufräder müssen hier wesentlich mehr Widerstand überwinden um sich vorwärts zu bewegen. Ist der Schnee auch noch feucht, kann er zwischen den Speichen haften bleiben. Die zu bewegende rotierende Masse nimmt also zu. Stellt Euch also kräftemäßig auf die Gegebenheiten ein (kürzere Touren, Pausen machen, gezielt trainieren…).
Tiefschnee verdeckt auch Unebenheiten im Gelände, die Euch unangenehm überraschen können. Sei es eine Wurzel, die das Vorderrad verblockt, oder Glatteis, das zum Wegrutschen führt. Fahrt also mit voller Konzentration, verkrampft aber nicht. Gebt dem Lenker Spielraum, sich seine Linie zu suchen, während Ihr mental und körperlich die Kraft bereitstellt, um blitzschnell zu reagieren, wenn er mal zu selbstständig suchen will. Das kann ein Gegenlenken sein, ein Anheben des Vorderrads oder eine Körperbewegung, um die Rutschbewegung des Bikes auszugleichen.
Die permanente Körperanspannung und Konzentration ist oft anstrengender als der erhöhte Kraftaufwand beim Treten.

Feste Schneedecke: Eine ebene festgefahrene Schneedecke lässt sich am angenehmsten Fahren. Rechnet aber immer mit einem Ausbrechen des Vorder- oder Hinterrads und seid dementsprechend auf eine notwendige Ausgleichsbewegung des Körpers vorbereitet. (z.B. Hüfte nach rechts Eindrehen, wenn das HR nach rechts bzw. das VR nach links ausbricht.) Die Ausgleichsbewegungen sollten immer aus dem ganzen Körper kommen und nicht ruckartig durchgeführt werden.
Unebener/holpriger Schneeboden ist wesentlich kritischer. Verharrschte Fußabdrücke oder mit Schnee bedeckte Felstrails sind gefürchtete Vertreter. Hier gilt ähnliches wie bei unebenem gefrorenen Waldboden: Am Besten auf anderen Untergrund ausweichen. In Situationen mit überfrorener Schneedecke, kann man bedenkenlos auf Tiefschneepassagen ausweichen. Denn bei dieser Kälte liegt dort Pulverschnee. Das kostet wesentlich weniger Kraft als das permanente Ausgleichen des Bikes auf der harten Huckelpiste.

Ihr werdet im Schnee immer langsamer unterwegs sein als bei wärmerer Witterung. Die Kopf- und Körperarbeit, die Ihr währenddessen verrichten müsst, macht aber auch richtig Laune. Wenn Euch im Sommer eure Heimtrails zu langweilig geworden sind, dann probiert sie einfach mal bei Schnee aus.

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