Kennt Ihr das? Man hat vor nicht allzu langer Zeit eine recht große Summe in Hobby- oder (anderweitig unwichtiges) Freizeit-Equipment investiert. Zufrieden mit dem Ergebnis lehnt man sich zurück und sagt sich: “Das hält die nächsten Jahre und genauso bleibt das Teil auch jetzt.” Im August 2009 tat ich also genau das. Stolz wie Oskar beglückwünschte ich mich für das – nach 11 Jahren abgeschlossene – Tuning-Projekt Custom GT Zaskar. So wie es vor mir da stand, sollte es mit mir alt werden. Vielleicht würde es noch ein bis zwei Gespielinnen dazu bekommen, aber das kleine Schwarze war fertig! ![]()
2010 sollte das Jahr werden, in dem ich mich finanziell nun auf ein neues MTB-Projekt konzentrieren wollte. D.h. Investitionskosten in altes Material nur für Reparatur- und Wartungszwecke in Kauf nehmen. Da wird nicht viel passieren, denn das alte Mountainbike wurde 2009 an allen Verschleißteilen einer Frischzellenkur unterzogen… dachte ich. Bis heute Vormittag.
In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es ca. 5 bis 10 cm feinpulvrigen Neuschnee bei -4 °C. Der alte Schnee war bereits in den Tagen zuvor verschwunden. Die Trails waren befreit von hinderlichen Altlasten. Also aufs Bike geschwungen und ins Elstertal gedüst. 30 bis 40 km wollte ich am Ende der Tour schon auf dem Garmin Edge stehen haben. Ich folgte einem meiner Lieblingstrails ins Elstertal hinab. Ein kleiner Zwischenstopp für ein paar Fotos war einkalkuliert. Fotos gut, Laune top und der Untergrund gut befahrbar. Das wird ein guter Tag!
Weiter ging es im Elstertal zum Lochbauer. Auf der Strecke wartete ein kleiner Spot, den ich schon seit Längerem für einen Selbstauslöser-Shot auserkoren hatte. Also nochmal angehalten Stativ mit Kamera aufgebaut, Kamera rutschen sehen, geflucht und Kamera aus dem frischen Schnee wieder ausgebuddelt. Dann mit Fingern und Trikot den Schnee aus der Linse gekratzt, Funktion überprüft, Fotos gemacht und weitergefahren!
Die Lust an Trailexperimenten hielt sich in Grenzen. Also folgte der gewohnte Anstieg vom Lochbauer zum Mosenturm. Anschließend kam die technisch interessante Abfahrt ins Triebtal, die bereits im Januar als Video dokumentiert wurde. Die erste Hälfte ging verhältnismäßig zügig, da das Vorderrad mehr vom Schnee als von den Bremsbelägen gebremst wurde. Alles kein Problem mit kontrollierten Drifts. Dann ein Stein, der unter der Schneedecke verborgen lag. Das Vorderrad stellt sich quer. Das Hinterrad rutsch seitlich vom Trail den Hang hinab. Ich freue mich über meine niedrige Geschwindigkeit (10-15 km/h)… und die Knieschoner.
Aufstehen, Rad aufheben, aufsitzen und wundern. Absteigen, Sattel begutachten, dann ärgern. Die Schale meines 8 Jahre alten, wunderschönen und heiß geliebten Selle Italia SLR Trans Am in rot war richtig schön durchgebrochen. Fluchen! Dann weiterfahren.
Vom Hinterrad kommt ein klapperndes Geräusch. Könnte ein Stöckchen sein, das in die Speichen hängt. Anhalten, schauen. Kein Stöckchen. Fluchen!! Der Käfig des XTR-Schaltwerks hängt in die Speichen hinein. Toll! Mal wieder das Schaltauge verbogen.
Es folgte eine langweilige, ca. 7 km lange Strecke über Landstraßen zurück nach Plauen.
Strecke | 16,2 km
Dauer | 63 min
Anstieg | 279 Hm
ØHF | 159 bpm
max. HF | 187 bpm
Verbrauch | 577 kcal
Dann ging’s direkt zum Fahrraddoktor. Er konnte das Schaltauge zum Glück noch einmal richten (kalt). Wie oft wird es das wohl noch mitmachen? Ein neuer Sattel, der mir aufgrund seiner guten Passform empfohlen wurde, konnte gleich zum Freundschaftspreis mitgenommen werden. Die Entscheidung fiel nicht schwer. Denn der neue Fizik Gobi XM hat fast das gleiche Gewicht wie der Vorgänger, ein bequemes Design und rot ist auch dran!
Nun muss ich mal schauen, dass ich in der Bucht ein paar Ersatzschaltaugen ersteigere. Es fließt also doch wieder ordentlich Geld ins GT. Nun gut. Das hat es eigentlich auch verdient.
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Pannen und Materialschäden sind tatsächlich das Einzige, was mir die Lust am Biken vermiesen kann. Aber es passiert halt und meistens dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Ist beim Sattel tatächlich die Schale und nicht das Gestell gebrochen? Das kannte ich bisher nur anders herum, aber eventuell hat die Kälte das Plastik spröde gemacht. Ich würde den Sattel an Selle Italia einschicken zur “Qualitätsverbesserung”. Vielleicht zeigen sich die Italiener ja erkenntlich…
Es ist wirklich die Schale durch, das Gestell hat meinen fetten A**** bis jetzt gut ausgehalten. Das mit Selle Italia probiere ich mal aus. Mache mir bei einem 8 Jahre alten Sattel zwar keine Hoffnung, aber Versuch macht kluch.
Fängt ja schon gut an das Jahr
Das mit dem Einschicken kann ich dir auch nur raten!! Auch wenn es keinen neuen Sattel gibt, so zeigen die Hersteller sich eigentlich immer spendabel
Teurer Ausflug.
Normalerweise find ichs auch immer besser die Investitionen ins Bike selber zu bestimmen. Aber meisten geht dann was kaputt, wenns im Budget leider gar nicht vorgesehen ist.
@Ralph: Jepp, ich probier das mal aus. Ein neuer Sattel wäre jetzt auch nicht zwingend notwendig. Ersatz wurde ja schon gekauft. Ohne Sattel fährt’s sich ja doch schon etwas doof.
@Maddin: Ja, die Kosten pro Kilometer konnten sich gestern sehen lassen. Da können Luxussportwagenbesitzer nur neidisch nach Hause gehen. Die armen Säcke.
Aber mal ehrlich, wer plant schon unerwartete Pannen und Reparaturen ins Budget ein.
Wenn mal der Wurm drin ist… Ich kenne das aus dem letzten Jahr: Schaltauge, Laufräder und immer wieder ein Plattfuß. Über einen Zeitraum von 1 1/2 Wochen gab es keine Tour die ich planmäßig beenden konnte.
Wünsch DIr dass es bald wieder ohne Zwischenfälle weitergeht! Für’s GT findet man bestimmt ein Schaltauge, da stell ich mir die Sattelsuche problematischer vor – der soll ja zu Deinem allerwertesten passen!
Was den Sattel angeht, vertraue ich auf die Empfehlung meines Händlers, der selbst Vielfahrer ist. Wahrscheinlich hätte ich mich dieses Jahr sowieso noch nach einem neuen Sattel umschauen müssen. Der Selle Italia SLR fing langsam an, auf familienplanungsrelevante Stellen zu drücken.
Der Fizik Gobi XM soll laut meinem Händler sehr bequem sein. In technischen Passagen soll das neue Sättelchen sogar etwas mehr Seitenführung bieten. Dazu werde ich mal einen Test einplanen.
Was das Gewicht angeht, wiegt der Gobi dann aber doch 70g mehr (SLR Trans AM 195 g). Wenn der Komfort passt, soll mir das mal egal sein.
Ich habe mich von längeren Planungen hinsichtlich eines neuen Bikes schon lange verabschiedet. Entweder möchte eines meiner Kinder ein Studienjahr in Amerika absolvieren, oder meine holde Gattin ein “bisschen” renovieren. Irgendwie bleibt nicht auf der “hohen Kante” liegen.
Und wenn mal was liegen bleibt, dann fließt es problemlos in die Unterhaltung meines aktuellen Bikes.
Ist anscheinend aber nicht nur mein Problem!
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