Irgendwann erwischt’s jeden.

by MTBTier on 08.04.2009 · 5 comments

in Mountainbike,Touren

Seit heute habe ich etwas mit Gerd, Lutz und Maddin gemeinsam. Nun gehöre auch ich zu den Bikern, die 2009 vom Fahrrad gefallen sind. Das Tolle daran war, dass ich ausnahmsweise den kompletten Sturz mit vollem Bewusstsein erlebt habe – sogar aktiv denken und eingreifen konnte:

Ich biege auf einen Trail, der von Geilsdorf zurück ins Elstertal zwischen Weischlitz und Pirk führt. Ich wusste, dass vor dem eigentlichen schönen Teil eine relativ lange Treppe ist, neben der man aber rechts durchs Unterholz fahren kann. Die ausgefahrene Rinne zeigte mir, dass ich dieses Jahr wohl nicht der erste Biker war, der hier runter wollte. Laub verdeckte die groben Steine, die überall herum lagen. Mit schleifender Vorderradbremse und Bremsdosierung über die hintere Bremse tastete ich mich im Schrittempo herab.
Plötzlich verblockte das Vorderrad (vermutlich an einem Stein). Ich schaffte es noch einen Fuß abzusetzen. Das Vorderrad löste, sich rollte leicht weiter und blockte endgültig am nächsten Hindernis. Ab da ging’s dann für mich nur noch ohne Fahrrad weiter… und zwar über den Lenker. Nach ca. 1,5 m blieb ich erstmal liegen, dann kam das Fahrrad auf mich geflogen. Das veranlasste meinen Körper nochmal, eine Seitwärtsrolle bergab zu machen. Dabei merkte ich, wie sich ein stärker werdender Schmerz im Knie ausbreitete. “Wenn du jetzt die Bewegung nicht stoppst, kommst du hier nur noch mit Blaulicht fort.”, schoss mir in dem Moment durch den Kopf. Ich packte, mit der Hand nach dem erstbesten Hindernis (Wurzel) und konnte die Rollbewegung tatsächlich aufhalten.

Der rechte Fuß hatte sich beim Sturz irgendwo verhakt, wodurch das Knie überdreht wurde. Ich lag dann erstmal eine Minute auf dem Rücken und zog das Knie an den Brustkorb, bis genug Adrenalin freigesetzt war, um weiterfahren zu können.
Ein Glücksfall war auch, dass ich seit einem Jahr endlich gegen FSME geimpft bin. (Im Vogtland sind zwar keine Fälle bekannt, aber sicher ist sicher.) So konnte ich die nervige Absucherei nach Zecken gemütlich auf die Zeit nach der verdienten Dusche verlegen.

Bei der heutigen Tour handelte es sich übrigens um die mittellange Strecke meiner geplanten Plauen-Rundfahrt. Sie führte ab Straßberg (bis dahin identisch mit der mittleren Tour) nach Kürbitz, weiter über den Butterweg nach Geilsdorf von dort ins Elstertal und dann in Richtung Talsperre Pirk. Ab da ging es zum Kemmler hinauf und dann zurück in die Stadt. Diesmal hatte ich auch das Garmin eTrex Vista mit, um die Tour aufzuzeichnen. Die ganze Sache nimmt also langsam Gestalt an. Lasst Euch überraschen.

Die Daten zur Tour:
Strecke | 60,3 km (vermutlich ein paar km mehr, da GPS-Empfang nicht immer perfekt)
Dauer | 3h 3min
Höhe | 834 Hm
ØHF | 152 bpm
max. HF | 198 bpm
Verbrauch | 1.806 kcal

Jetzt wird das Knie erstmal schön ausgeruht und mit Voltaren Emulgel behandelt. Denn so wie sich das Ganze anfühlt, handelt es sich um eine Bänderdehnung.


Outdoor und Klettern mit Bergfreunde.de

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1 Bernd April 8, 2009 at 16:35

Da hast Du ja noch mal Glück im Unglück gehabt das der Sturz am Ende nicht noch schlimmere Folgen hatte. Ich wünsche Dir gute Besserung, erhole das Knie gut. :-)

2 MTBTier April 8, 2009 at 19:38

Das klingt jetzt hoffentlich nicht arrogant, aber: Je öfter man stürzt, desto routinierter läuft das ab. Deshalb hatte ich schon seit Ewigkeiten keine ernsthaften Sturzverletzungen – diese mit eingeschlossen. Stürzen gehört halt manchmal einfach dazu und je abgeklärter man mit der Thematik umgeht, desto koordinierter läuft die Abfangbewegung ab. Man kann/muss eben alles trainieren.
Bestes Gegenbeispiel aus meinem persönlichen Bekanntenkreis ist ein Tourenbiker (Alter beginnt mit einer 5). Dieser ist letztes Jahr zum ersten Mal über den Lenker abgestiegen und hat sich prompt einen komplizierten Knochenbruch zugezogen.

3 Ralph April 9, 2009 at 07:01

Stimmt, man kriegt Routine beim stürzen :-)
Ich hoffe mal das ich dieses Jahr verschont bleibe.
2007 (Rippenbruch) 2008 (Kapselbruch lk.Ringfinger)
Dir eine gute Genesung

4 Maddin April 9, 2009 at 08:15

Ebenfalls Gute Besserung aus dem Ruhrpott! Selbst wenn man Routine bekommt, besser ist immer ohne Sturz.
Glückauf Maddin

5 Gerd April 10, 2009 at 16:58

Also auf die Routine beim Sturz kann ich verzichten. ;-) Aber etwas ist schon dran an der “Sturzerfahrung”.
So lange die ganze Sache gut ausgeht ist es ja noch erträglich. Ich wünsche Dir ein paar sturzfreie Ostertage!

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