Eine der extremsten Formen der Fortbewegung auf dem Mountainbike ist Freeride (FR). Die Philosophie hinter dieser Rubrik erklärt sich schon mit ihrem Namen. Glaubt man Wikipedia, ist Freeride vom Ski Freeride, Free Skiingund Motocross beeinflusst worden. Diese MTB Disziplin zählt zu den neueren MTB Sparten, die um die Jahrtausendwende aufkamen.
Der Hintergrund des Mountainbike Freeride ist die Rückbesinnung der MTB Szene auf den Freiheitsgedanken, der 30 Jahre zuvor die ersten Radfahrer mit ihren Fahrrädern überhaupt auf Offroad-Pisten gelockt hat. Durch den großen Mountainbike-Hype in den 1990er-Jahren ging dieser Gedanke langsam in durchorganisierten MTB-Wettkämpfen unter.
Freeriding ist aktuell wohl das höchste Maß an Freiheit, das man mit dem heutigen Material beim Biken genießen kann. Ob man auf schmalen glitschigen Holzgerüsten (Northshore-Trails) durch kanadische Wälder heizt, meterhohe Stufen in den Grand Canyons im freien Fall hinab segelt (Drops) oder einfach an den haarsträubendsten Stellen eines Trails total abgefahrene Sprünge absolviert. Hauptsache es macht Spaß und kickt den Adrenalinpegel. Einen befreiten Geist sollte man dafür auf jeden Fall haben. Denn für Otto-Normal-Biker wie mich sieht das alles einfach nur komplett irre aus!
Dabei werden die Mountainbikes mindestens so stark beansprucht wie beim Downhill. Der Schwerpunkt des Freeriders liegt demnach auf der Stabilität. 16 bis 18 kg Bike-Gewicht muss man dafür in Kauf nehmen. Dafür gibt’s dann aber satte Federwege bis zu 200 mm. Die Rahmengeometrie ist kurz, flach und ähnelt somit auch den Kollegen aus dem Downhill-Sektor.
Irgendwie widerspricht sich in diesem Punkt der Name Freeride dann schon wieder mit der Grundidee. Denn bergauf fährt man damit nicht befreit. Wer keinen Shuttle-Bus oder Lift zur Verfügung hat, muss wohl oder übel schieben. Die bergauftauglicheren – aus dem Freeride entstandenen – MTB Disziplinen sind All Mountain und Enduro.
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