Negativfederweg

by MTBTier on 11.04.2010 · 0 comments

in MTB-ABC

Der Negativfederweg ist neben der Zugstufe ein weiterer wichtiger Parameter für die Federungseigenschaften von Federgabeln und Federbeinen.
Unter dem Negativfederweg versteht man die Eintauchtiefe der Mountainbike-Federelemente, die im Stillstand nur durch Bike- und Fahrergewicht erreicht wird. Dieser Federweg steht dem Mountainbiker zur Verfügung, wenn das MTB z.B. durch eine Mulde bzw. anderweitige Vertiefung gefahren wird. Dann federt die Gabel/das Federbein um den notwendigen bis maximal verfügbaren Federweg aus. Der Reifen behält so Kontakt zum Boden, während der Rest des Bikes gar nicht bzw. weniger in diese Vertiefung eintaucht.


Man kann den Negativfederweg seines eigenen Fahrwerks mit einem Kabelbinder oder einem Stück weichen Basteldraht sehr leicht ermitteln. Setzt Euch dazu einfach auf Euer Mountainbike. Befestigt nun den Kabelbinder oder Draht direkt oberhalb der Gabel-/Dämpferdichtung am Standrohr bzw. dem Kolben des Federbeins. Steigt wieder von Eurem Bike ab. Das Fahrwerk federt aus. Nun messt Ihr den Abstand zwischen Dichtung und Kabelbinder/Draht. Dieses Maß ist der Negativfederweg Eures Fahrwerks.
Diesen Wert könnt Ihr natürlich verändern. Bei einer Luftfederung regelt man das über den Luftdruck. Je niedriger der Luftdruck ist, desto mehr Negativfederweg steht Euch zur Verfügung. Stahlfederelemente können in einem gewissen Rahmen über die Federvorspannung angepasst werden. Ist dieser Justierbereich ausgeschöpft, muss man zu einer härteren (weniger) oder weicheren Stahlfeder (mehr Negativfederweg) greifen.
Im Allgemeinen sollte der Negativfederweg ungefähr 30 % des verfügbaren Federwegs ausmachen. Natürlich kann man je nach Geschmack, Terrain und Einsatzzweck mehr oder weniger Negativfederweg zur Verfügung stellen.
Ich selbst habe z.B. meine alte Rock Shox SID XC so konfiguriert, dass ca. 40 bis 45 % der verfügbaren 80 mm als Negativfederweg bereit stehen. Mir gefällt diese Konfiguration, weil man damit Absätze nach kleinen Stufen und Wurzeln regelrecht glatt bügelt, wenn man diese Hindernisse mit aktiver Körperunterstützung anfährt. Das sorgt für viel Ground Control und Flow auf Trails und Wurzelteppichen der Stufe S1 und S2, wie sie hier im Vogtland hauptsächlich vorkommen.

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