Pedelecs: Elektrofahrräder und Elektro-Umbausätze für Bikes

by MTBTier on 26.10.2010 · 10 comments

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Spätestens seit der Eurobike 2010 erfreuen sich Pedelecs (Fahrräder mit Elektromotor) zunehmender Beliebtheit. Elektromotoren werden derzeit häufig an City-Bikes verbaut. Das unsportliche(re) Klientel, das Fahrräder hauptsächlich für logistische Zwecke nutzt, findet damit eine sehr angenehme Fortbewegungsform. Einige Mountainbike Hersteller haben bereits seit 2008 Mountainbikes mit Elektromotor im Programm. Für 2011 kündigen weitere Mountainbike Firmen Offroad Pedelecs an.
Die Vorteile eines Pedelecs sind kein Geheimnis. Der Elektromotor unterstützt Euch – je nach Fabrikat – beim Pedalieren mit einer Leistung von 150 bis 500(!) Watt. Bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h hört die Unterstützung auf. Ich bin mir nicht 100%-ig sicher, aber es kann durchaus sein, dass Pedelecs, deren Motor über 25 km/h schafft schon als MoFa/Moped gelten und damit einen Führerschein erfordern würden. Inwiefern Elektrofahrräder schon in die Gesetzgebung eingeschlossen sind, weiß ich leider auch nicht.
Ein wesentlicher Nachteil ist das Mehrgewicht des Bikes von ca. 3 kg. Einige Autofahrer fürchten weiterhin das Risiko durch die höhere Geschwindigkeit, mit der sich Elektrofahrräder auf Straßen bewegen können. Mein Hinweis an all diese Ahnungslosen:
Wer als Kfz-Führer bis jetzt Fahrradfahrer aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit nicht als vollwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen hat, sollte sein eigenes Gefährdungspotenzial im Straßenverkehr nochmal kritisch hinterfragen.
Ein anderer Nachteil sind natürlich die Preise für E-Bikes. Sie liegen wesentlich höher als ähnlich ausgestattete Fahrräder mit herkömmlichen Fußbetrieb. Für ein E-City-Bike muss man ca. 1.500 bis 2.000 EUR einplanen. Ernstzunehmenden E-MTBs würde ich erst ab einem Kaufpreis von 2.500 bis 3.000 über den Weg trauen. Umso angenehmer empfand ich die Preise die beim Online-Shop Elektrofahrrad Einfach für Pedelecs abgerufen werden. Hier findet Ihr elektrisch betriebene City-Bikes und Klappfahrräder auch schonmal für weniger als 1.500 EUR.
Wer schon ein Fahrrad besitzt und nicht gleich vierstellige Summen für ein E-Bike ausgeben möchte, interessiert sich vielleicht für die Umbausätze die im Shop ebenso angeboten werden. Neben Umbausätzen von Firmen wie Bionx, Heinzmann und Bauer BIFS werden auch Umbausätze der Hausmarke ELFei mit bis zu 500 W angeboten. Zu einem solchen Umbausatz gehören ein Akku, eine Steuerung, über die die Energiezufuhr geregelt wird und natürlich der Elektromotor. Dieser steckt bei allen erwähnten Herstellern in der Hinter- bzw. Vorderradnabe. Die Verlagerung des E-Motors in die Nabe ist eine etwas zweischneidige Geschichte. Der Leistungsverlust durch reibungsbehaftete Elemente wie die Kette betrifft nicht den Elektroantrieb. Auch kann die Pedlierbewegung über den Freilauf entkoppelt werden. Gerade bei Mountainbikes würde das hohe Nabengewicht aber zu ähnlich störenden Handling-Einflüssen führen, wie bei den Rohloff Speedhubs, aufgrund des Hecklastigen Schwerpunkts. Sind die Umbausätze der erstgenannten Hersteller preislich auf dem gleichen Niveau wie die angebotenen Komplett-E-Bikes im Shop von Elektrofahrrad Einfach, so kann man bei den Kosten der hauseigenen Umbausätze schon einmal das Umbau-Experiment wagen. Mit ca. 300 bis 450 EUR findet man hier schon Motoren mit einer Leistungsabnahme von 350 und 500 Watt. Als Anleitung für den eigenständigen Einbau stellt der Shop zwei Videos zur Verfügung (nach unten scrollen). Neuigkeiten erfahrt Ihr auf dem Blog von Elektrofahrrad Einfach.

Persönlich werde ich mir wohl in naher Zukunft kein Pedelec zulegen. Dafür ist mir ein leichtes Bike, das sich mühelos durch grobes Terrain schütteln lässt, zu wichtig. Ich muss jedoch zugeben, dass Umbausätze eine preiswerte Alternative für E-Bike-Interessenten darstellen können. Gerade für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mit voller Kraft in die Pedale treten können, finanziell aber nur von einem E-Bike träumen dürfen, bieten sich die ELFEi-Umbausätze an. Wie seht Ihr diese Thematik?

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1 Landschaftsflitzer Oktober 27, 2010 um 07:29

Sportlich gesehen sind die Dinger für mich ein NoGO. Für ältere Menschen hingegen, die gerne mit dem Rad fahren, es aber nicht mehr so können, finde ich es eine wirklich praktische Geschichte. Schließlich muss auch in der Stadt manchmal der ein oder andere Höhenmeter zurück gelegt werden.
LG LF

2 sportlicher(!) Pedelec Fahrer November 6, 2010 um 12:22

@Landschaftsflitzer
Also das Argument kann ich nicht gelten lassen. Ich habe viele Jahre lang einen 19,5 Kg Freerider auf unserer wöchentlichen Hausrunde bewegt und war immer einer der letzten, die auf dem Berg ankamen.

Das hat mich dermaßen aufgeregt, dass ich einen der im Artikel schon angesprochenen Nachrüstsätze an meinem Scott Nitrous verbaut habe. Das Gesamtgewicht beträgt nun knapp24 Kg und wenn ich nun in der ersten Unterstützungsstufe fahre, ist lediglich mein Gewichtsnachteil ausgeglichen. Anstrengen muss ich mich aber genauso wie vorher.

Das Ergebnis: ich bin nicht mehr der Letzte, der oben ankommt – dafür aber immer einer der ersten die unten ankommen ;-) .

Man kann Pedelecs genauso sportlich fahren wie normale Bikes. Das hängt lediglich davon ab, wie viel Unterstützung man sich zukommen lässt. Zusätzlich kann man, wenn man noch eine Abfahrt machen möchte, einfach mit voller Unterstützung den Berg “hochfliegen” und bekommt so eine Abfahrt geschenkt, die man ansonsten wohl nicht mehr gepackt hätte.

3 Gerd November 17, 2010 um 08:01

Da ich täglich, eine nicht gerade flache Strecke, zur Arbeit und zurück fahre, bin ich auf Grund meines zunehmenden Alters auch an den aktuellen Entwicklungen im Bereich der E-Bikes interessiert. Zumal es schon welche von namhaften MTB-Herstellern gibt.
Ich bin mir sicher, dass sich da in der Zukunft ein enormer Markt entwickelt in dem noch viel Potential steckt!

4 Hanna Februar 7, 2011 um 14:55

Klingt ja ganz nett, aber salang ich kann, strampel ich lieber selbst :)

5 dandylion Februar 21, 2011 um 20:52

Auch ich bin der Meinung: selber strampeln macht mehr Spaß!

6 Fanny mit dem Hollandrad März 20, 2011 um 17:18

Wenn auch ich mich nochmal zu Wort melden darf:
Aus gesundheitlichen Gründen ist eine Sache, die ich nur unterstützen kann. Allerdings leuchtet es mir nicht ein, was es sonst noch für Gründe geben könnte. Lifestyletechnisch fällt es wohl eher durch, dafür, als Anfänger den inneren Schweinehund zu bezwingen ist es für die meisten wohl zu teuer. Und um tägliche Besorgungen etwas leichter zu machen: innerhalb weniger Wochen schafft man doch fast jede Strecke… Ich bleibe bei der sportlichen Variante! LG Fanny

7 Hannes April 21, 2011 um 16:58

Ich muss Gerd recht geben. Gerade für den Weg auf die Arbeit sind Elektrofahrräder ideal. Man muss nicht mit den überfüllten Öffentlichen fahren und den Stau auf der Straße kann man ebenfalls umgehen. Ich kann mir z.B. auch nicht leisten total verschwitzt bei der Arbeit zu erscheinen. Ich finde da sind Elektrofahrräder eine sehr gute Alternative, auch wenn sie nicht ganz billig sind.

8 Zocher Juni 1, 2011 um 19:04

die Leute machen Fahrräder (wie Licht, Reifen, Bremsen) und Sachen, wie Kleidung und Schuhe kaputt

9 Peter Müller Juli 14, 2011 um 15:55

Ja, ja OmaFahrrad…..
Oder nur was für körperlich Beeinträchtigte.
http://www.pedelecforum.de/forum/showthread.php?9132-Ghost-Crossrad-mit-Vitenso-HR
Mein Crossrad wiegt gerade mal 18 kg (mit Motor und Akku) und macgt höllisch Spass.
Das 29er ist schon in Planung.

10 Pedelec Portal Oktober 25, 2011 um 14:14

Hallo,
also ich finde nicht, das Pedelecs und Elektrofahrräder nur etwas für Rentner sind. Wie Hannes und Gerd schon kommentiert haben ist es gerade auch auf dem Weg zur Arbeit sehr praktisch um nicht klitschnass geschwitzt auf der Firma anzukommen. Zudem wird auch das Design von Fahrrädern mit Hilfsmotor immer stylischer. Man braucht sich nur beispielsweise den Conway E-Rider anzusehen oder das E-Trail von KTM.
Viele Grüße
Lisa vom Pedelec-Portal

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