MTB-Garn IV: Richtig Stürzen

by MTBTier on 20.09.2009 · 0 comments

in MTB-Garn

Gestern wurde hier der vorerst letzte Artikel zur Fahrtechnik-Reihe Richtig Stürzen veröffentlicht. Und heute möchte ich Euch berichten, wie gut diese Techniken bei mir funktionieren. ;-)

Sommer 1998 – Ein Lehrbuchabgang über den Lenker
Dazu schreibe ich hier nichts mehr, denn dieser Vorfall wurde im MTB-Garn II schon sehr ausführlich dokumentiert. :lol:

Sommer 1999 – Fahrradhosen zu String-Tangas!
Es war eine – für damalige Verhältnisse – recht lange Mountainbike-Tour mit meinem Bruder um die gesamte Talsperre Pöhl (inkl. Vorsperre). Highlight der Runde war eine lange und schnelle Abfahrt über Schotter. Der Untergrund war furztrocken, die Sonne brannte uns gnadenlos auf die Helme und der Fahrrad-Computer zeigte eine Geschwindigkeit jenseits der 40 km/h an.
Vor uns erschien eine Gartenanlage. Der Schotterweg wechselte auf Asphalt und unmittelbar nach diesem Wechsel folgte eine enge 90°-Rechtskurve. Man sah deutlich den Sand, der vom Schotterweg auf den Asphalt geweht/transportiert worden war. Mein Bruder bremste ab und fuhr in einer sehr eng am Kurvenscheitelpunkt gehaltenen Linie vor mir entlang. Ich hielt mich für schlau und folgte ihm auf exakt der gleichen Linie mit gleichem Tempo. Urplötzlich wurde alles um mich herum leicht, die Vorwärtsbewegung wich einem schnellen Rutscher nach links und als ich die Augen wieder öffnete, lagen Mountainbike und ich an einem Gartenzaun an der Außenseite der Kurve. Die Brust und der rechte Arm brannten, die enge rote Aldi-Bike-Hose war vom Blutaustritt am rechten Oberschenkel kaum zu unterscheiden. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass sie an dieser Stelle schon gar nicht mehr vorhanden war. Die folgenden 10 bis 15 km nach Hause waren definitiv nicht schön. :-(

Mai 2009 – Was?! Wie kann denn… Ahhhh!!!
An einem schönen Mai-Sonntag 2009 machte ich Bekanntschaft mit einer neuen Ursache für plötzlich ausbrechende Mountainbikes:
An der Talsperre Pöhl fuhr ich mit ca. 30 bis 35 km/h auf feuchtemn Waldboden gerade hin. Vor mir wechselte der Untergrund auf feuchten Asphalt. Alles nichts Neues. Die Strecke kenne ich sehr gut. Das Vorderrad ist bereits auf Asphalt. Es gibt einen starken Ruck, ich verkrampfe. Die erste bewusste Wahrnehmung kam wieder, als ich auf dem Asphalt liege. Der Oberarm brennt. Das Mountainbike liegt in ca. 3 bis 4 Meter Entfernung am Waldrand. Aber immerhin beschränkte sich die Verletzung auf eine – wenige cm² kleine – Abschürfung am Oberarm und Nackenschmerzen, die schnell wieder verschwanden. Fortschritt?

Zwei Wochen später – So muss dat!
Auch von diesem Beinahe-Sturz hatte ich schon berichtet. Es war eine schnelle Abfahrt im Syratal auf trockenem Waldboden. Eine scharfe Linkskurve tauchte auf. Die Geschwindigkeit lag schätzungsweise zwischen 30 und 40 km/h. Ich zog die Hinterradbremse ziemlich beherzt. Das Hinterrad versprang an einer Wurzel und fing nach der Landung sehr schnell an zu rutschen. Die Seitenlage des Bikes nach links war schon so flach, dass ich kurz davor war, mich vom Radl zu trennen. Allerdings war ich mir für den anschließenden Bodenkontakt noch etwas zu schnell. Das Vorderrad zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits in die Rutsch-Richtung (also zum rechts liegenden Kurvenrand). Ich tippte die Vorderradbremse kurz aber kräftig an und – oh Wunder – das Mountainbike richtete sich wieder auf. Als Nächstes wollte allerdings das Hinterrad gleich wieder über das (noch quer stehende) Vorderrad steigen. Mit einer ruckartigen Eindrehbewegung des Oberkörpers nach links hinten konnte ich den Lenker in Fahrtrichtung ausrichten und das Hinterrad unten halten.
Mit ca. 10 bis 15 km/h kam ich aus dieser Kurve heraus gerollt. Ohne Sturz. Fortschritt! :-D


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