… Zumindest hoffe ich das. Denn was Mountainbike Laufräder angeht, sehe ich mich eher als Freund von konservativen Laufrad-Varianten an. Das bedeutet im Detail:
- konventioneller Felge-Nabe-Speichen-Aufbau an Stelle von Systemlaufrädern,
- 3-fach gekreuzte Speichen statt radialer Einspeichung und
- die Luft kommt in einen Schlauch, der gemütlich zwischen Felge und Mantel durchgewalkt wird.
Was den Lufttransport beim Biken angeht, bin ich nun aber doch umgekippt und auf ein Schlauchlossystem umgestiegen. Weshalb und auf welches System ich gewechselt habe, erfahrt ihr gleich.
Das System
Systeme für schlauchlose Mountainbike Reifen gibt es doch recht viele. Die zwei Bekanntesten sind das UST Tubeless System von Mavic und die Methode à la NoTubes.
Das UST System setzt auf ein speziell ausgeformtes Felgenprofil, in dem ein spezieller UST-Reifen formschlüssig abdichtet. Zusätzlich kann man zwischen Reifen und Felge eine Latex-Dichtmilch einbringen, die zum Einen Felge und Reifen gut abdichtet und zum Anderen auch Pannenschutz gegen Durchstiche bietet.
Der Schlauchverzicht mit NoTubes funktioniert ähnlich. Zwischen Felge und Reifen wird eine etwas größere Menge Latex-Milch als beim UST System gegeben. Allerdings braucht man hierfür keinen speziellen kompatiblen Reifen. Es gibt zwar NoTubes Felgen für diese Methode. Mit einem speziell dafür entwickelten Felgenband kann man aber auch normale Felgen schlauchlos benutzen.
Sofern man also noch intakte Standardfelgen besitzt, ist das NoTubes System das Ökonomischere.
Aus Sicht des Gewichtstunings ist das UST System – laut meines Wissensstandes – nicht viel leichter als ein herkömmlicher Felge-Schlauch-Reifen-Verbund. Auch die Umrüstung einer herkömmlichen Felge auf NoTubes bringt kaum einen Gewichtsvorteil, da das spezielle Felgenband ungefähr so viel wie ein leichter Fahrradschlauch wiegt. Mit den speziellen NoTubes-Felgen wird das Laufrad aber erheblich leichter!
Welches System?
Lange Rede kurzer Sinn. Seit Donnerstag läuft das GT mit dem NoTubes-System. Die guten, teilweise neuen (und teuren) DT Swiss XR4.1 Felgen kann ich so behalten. Die Reifen mussten wegen Verschleiß sowieso gewechselt werden. Die Kombination aus Schwalbe Nobby Nic in 2,1″ (vorn) und Racing Ralph 2,1″ (hinten) weicht zwei Schwalbe Racing Ralph in 2,25″ mit weißen Außenstollen. Schick!!
So breite Reifen waren bis jetzt noch nie in dem alten Hardtail verbaut. Rahmen, Gabel und die Magura Brake Booster erlauben definitiv keine breiteren Walzen mehr.
Warum auf einmal schlauchlos?!
Phil von phil.veloblog.ch ist Schuld!
Am Mountainbike Wochenende in Celerina war er der einzige Teilnehmer mit einem Bike mit NoTubes System (und NoTubes Felgen). Alle anderen Bikes fuhren mit klassischen Buthylschläuchen.
An diesem Wochenende blieben nur wenige Fahrer von einem Platten verschont. Insgesamt wurden wohl knapp 20 Schläuche gewechselt. Allein am Samstag fielen mindestens 8 Fahrradschläuche den Trails zum Opfer.
Ein Mountainbiker fuhr das ganze Wochenende ambitioniert auf den verblocktesten Singletrails mit und hatte trotzdem keinen einzigen Reifen-Defekt zu verzeichnen: Phil mit dem NoTubes System!
Der Reifendruck, den er dabei verwendete, war erschreckend: unter 2,0 bar!
Was verspreche ich mir von NoTubes?
Eigentlich nur drei Dinge: mehr Komfort, mehr Traktion, weniger Pannen. Mein persönlicher Fahrrad Doktor empfiehlt bei meinem Körpergewicht und 2,25″ Reifenbreite einen Luftdruck zwischen 1,8 und 2,0 bar für gute Rolleigenschaften bei guter Traktion. Ich werde anfangs mal 1,9 bar aufpumpen. Mit Schlauch habe ich immer so zwischen 2,2 und 2,4 bar drauf gehabt. Der Zugewinn an Komfort sollte also sehr gut zu spüren sein. Ebenso ist die erwartete Traktionszunahme realistisch.
Auf die Pannenanfälligkeit bei Felgendurchschlägen und unsauber gefahrenen Wurzel-/Felspassagen bin ich selbst noch sehr gespannt.
Leider erlauben Wetter und (noch kaputter) Körper derzeit keine Testfahrten ohne Schlauch. Aber sobald eine repräsentative Kilometerzahl damit zurückgelegt wurde, werdet Ihr auf Trails & Bikes meine Erfahrungen lesen können.
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{ 6 comments… read them below or add one }
Ich fahre seit knapp einem Jahr Tubeless “UST” und ich möchte es nicht mehr missen!!!!!!!!
Habe aber von Schwalbe einen Neuen bekommen! Ob nun mehr oder weniger Gewicht ist eigentlich sch… egal,
Pannen eigentlich ade, bis auf einmal als meine Reifenflanke weggerissen ist
die Pannensicherheit überwiegt das locker! Dir wünsche ich viel spaß in der Zeit ohne Plattfuß
Achso, ich fahre den Druck immer so um 2,o – 2,2 Bar!!
Du fährst also schlauchlos mit dem gleichen Druck wie ich mit Schlauch… und das obwohl Du ein paar Gramm mehr wiegst als ich. Das klingt ja schonmal vielversprechend. Da bin ich gleich noch mehr auf die ersten Touren gespannt.
Das bestätigt mich doch sehr, für mein 29er Projekt die NoTubes Felgen auch tatsächlich schlauchlos zu betreiben.
Mit dem Rennrad hatte ich heuer schon zwei Platten (Nagel, Scherbe), an meinen letzten Platten mit dem MTB kann ich mich dagegen gar nicht erinnern, muss Jahr(zehnt)e her sein. Ich fahre Nobby Nic bzw. Rocket Ron in der 2,25″ Performance Ausführung mit Standardschläuchen auf 2.0bar.
@Spoony: Das ist eben das schöne an NoTubes. Wenn schlauchlos nicht überzeugt, kommt einfach wieder ein Schlauch rein.
@BBBaschtl: So eine plattenfreie Serie hatte ich auch von 2007 bis Mitte 2009. Dann hat es die wesentlich pannenresistenteren Latex-Schläuche zerlegt, im Anschluss einen Buthyl-Schlauch auf einem Home-Singletrail, den ich in und auswendig kenne usw. usf. Als mir dann auf den Alpentrails im Engadin ein Schlauch gestorben ist, obwohl ich das Rad schon mit sehr viel Feingefühl über Wurzeln und Steine “getragen” habe, kamen echte Zweifel auf.
Nun probiere ich einfach mal die NoTubes Milch aus und schaue, ob sich die Erfahrungen meines Bike-Doktors und von anderen Bikern auch bei mir bestätigen.
Bin ja mal auf deinen Erfahrungsbericht gespannt. Auf jeden Fall sehen die weißen Außenstollen absolut scharf aus!
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