Test: Michelin Aircomp Latex C4

by MTBTier on 03.01.2009 · 0 comments

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Seit meinem Umstieg von IRC-Mythos-XC-Reifen auf Schwalbes Nobby Nic/Racing Ralph im Juni 2008 nutze ich die Latex-Schläuche Michelin Aircomp Latex C4. Diese sind im Fachhandel für 10,- bis 15,- EUR erhältlich und damit mehr als doppelt so teuer wie konventionelle Butylschläuche von namhaften Herstellern. Dabei ist der Latexschlauch um ca. 25 % leichter als seine Konkurrenten aus Butyl.

Michelin Aircomp Latex (Foto: www.yatego.com)
Michelin Aircomp Latex (Foto: www.yatego.com)

Latexschläuche werden vor allem damit beworben, dass sie aufgrund der hohen Elastizität des Materials sehr pannensicher wären. Weiterhin soll die walkarbeitsbedingte Reibung zwischen Schlauch und Reifen bzw. Schlauch und Felge während der Fahrt wesentlich geringer sein als bei herkömmlichen Schläuchen. Das bedeutet im Klartext: Die Leichtlaufeigenschaften werden verbessert.

Soviel zur Theorie. Im letzten halben Jahr bin ich mit diesen Schläuchen ca. 2.000 km durch profiliertes Gelände gefahren (Waldboden, Wurzeln, Schotter etc.). Pannenbedingter Luftverlust ist in dieser Zeit an den Schläuchen nicht aufgetreten. Allerdings bin ich davor auch mehrere Tausend Kilometer mit Butylschläuchen ohne Platten gefahren.

Zu den Leichtlaufeigenschaften kann und will ich mich nicht äußern. Da der Schlauchwechsel mit dem Umstieg auf andere Reifen erfolgte, kann man hier nicht differenziert unterscheiden, worauf die Verringerung des Rollwiderstands zurückzuführen ist. Fakt ist, dass durch diese Umbaumaßnahme das Bike wirklich leichtgängiger zu bewegen ist.

Besonders störend fiel mir der schnelle Luftverlust auf. Es ist allgemein bekannt, dass Latexschläuche luftdurchlässig sind. Aber dass der Reifendruck binnen 1-2 Wochen komplett verloren geht, ist für mich ein absolutes K.O.-Kriterium. Für den Wettkampfeinsatz kann man mit dieser Einschränkung gut leben. Will man jedoch ein robustes Sorglos-Bike für den intensiven Outdoor-Einsatz auch einmal fernab von zivilisierten Landstrichen, so ist das ein störender Mehraufwand an Wartungsarbeit, denn ein Luftdruckcheck vor jeder Ausfahrt/Etappe/Tour bleibt unvermeidbar.

Beim erstmaligen Zuschrauben der Ventilkappe hat es mir zudem gleich den Ventilkappenboden abgeschert. So ein Mangel ist natürlich Pillepalle. Bis dato hatte ich sowas jedoch noch nicht erlebt. Zumal ich der Meinung bin, dass ich durchaus die Fähigkeit besitze, meine Kraft beim Ventilkappe Aufschrauben dosieren zu können. ;)
Ich persönlich nutze diese Schläuche mit einer permanenten Paranoia: “Wie verhält sich ein Schlauch bei hartem Geländeeinsatz, der bereits im Stillstand konstant Luft verliert?” Eins steht für mich fest. Vor dem nächsten Bikeurlaub oder Mehrtagestrip, werden wieder Butylschläuche montiert.

Vorteile:
leichter als Butylschläuche
hoher Schutz gegen Pannen*
verbesserte Leichtlaufeigenschaften*
(* konnte im eigenen Test nicht sicher nachgewiesen werden)

Nachteile:
TEUER
konstanter Druckverlust und damit erhöhter Wartungsaufwand

Fazit:
Für den Wettkampfbiker, der um die letzten Zehntelsekunden kämpft, sind diese Schläuche ein adäquates Hilfsmittel. Alltags- und Tourenbiker, die sich in der Wildnis möglichst sorgen- und wartungsfrei bewegen möchten, sollten jedoch bei konventionellen Fahrradschläuchen bleiben.


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