Test: LED LENSER M1

by MTBTier on 31.08.2009 · 3 comments

in Outdoor,Test

[Trigami-Review]

Kleine Lampe mit viel Zubehör Bald beginnt wieder die kalte Jahreszeit. Es wird später hell und zu allem Überfluss auch noch früher dunkel. :-( Für Outdoor Sportler gibt es deshalb eine riesige Auswahl an Geräten, mit denen man ein wenig Gott spielen kann: Und der Outdoor Sportler sagte: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Aber nun stellt sich schon die Frage, wie nah das Beleuchtungs-Equipment an die Überlieferung aus dem Buch der Bücher heran kommt. Wird man es wirklich sehen? Wird es gut sein? ;-) Wenn ja, wie groß, wie schwer wird die Taschenlampe sein und wie lang werden die Batterien/Akkus durchhalten?

Für diese Wintersaison wurde mir eine Hochleistungs LED Taschenlampe vom Typ M1 der Marke LED LENSER aus dem Hause Zweibrüder Optoelectronics für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Mal sehen, ob man damit wirklich die Nacht zum Tag machen kann.

Die LED LENSER M1 ist aktuell eine von zwei Modellen der M-Serie. Diese werden von LED LENSER zur High Performance Line gezählt. Das “M” steht hierbei für Microcontroller Lampen. Dazu aber später mehr.
Die fokussierbare LED-Taschenlampe soll bei geringem Gewicht und kleinen Abmessungen eine Lichtleistung wie die “Großen” liefern. Das klingt natürlich wie das perfekte Utensil für Ganzjahres Outdoor Sportler. Die technischen Daten klingen vielversprechend:

Länge | 97 mm
Durchmesser | 23,6 mm
Masse inkl. Batterie | 78 g
Batterie | 1x CR123A
max. Leuchtdauer | 6,5 h
max. Lichtleistung | 190 Lumen
max. Leuchtweite | bis 150 m
max. Erwärmung | 31-33 °C
Listenpreis | 69,- EUR

Gerade in Hinblick auf Größe, Masse und Leuchtdauer vermittelt die Taschenlampe auf den ersten Blick schonmal einen sehr guten Eindruck. In dieser kleinen Verpackung versteckt sich trotzdem sehr viel Know How der LED-Pioniere von Zweibrüder Optoelectronics.
Die LED LENSER M1 wird durch die Smart Light Technology (S.L.T.) gesteuert. Die integrierte Smart LED Protection schützt hierbei die LED LENSER Taschenlampe vor Überhitzung. Das bedeutet bei der M1, dass ein Microcontroller die CREE-Leuchtdiode für die ersten 5 Sekunden mit der maximalen Lichtleistung von 190 Lumen scheinen lässt. Danach regelt sie automatisch auf 155 Lumen herunter. Bei einem Dauerbetrieb von 3 bis 5 Minuten sinkt die Lichtleistung nochmals auf 60 Lumen. Das erhöht die Lebensdauer der LED. Und mal ehrlich, wie oft hat man eine Taschenlampe länger als 5 Minuten eingeschaltet? Zumal 60 Lumen immer noch eine Menge Licht sind. ;-)

Weiterhin bietet die LED LENSER M1 3 Beleuchtungsprogramme, die durch Tasterbetätigung an der Rückseite der Lampen durchgeschaltet werden können. Drückt man den Taster einmal bis zur Raste durch, leuchtet die Taschenlampe mit maximaler Lichtleistung. Bei einmaligem Tasten und anschließendem Einrasten des Schalters, wird mit reduzierter Lichtleistung der blendfreie gedimmte Modus aktiviert. Damit kann man dann im Dunkeln Bücher und Landkarten sehr gut lesen, ohne dass zu helles Licht für ein sog. Ausblenden von Informationen sorgt. Beim Einrasten des Schalters nach 2-maligem Tasten binnen einer Sekunde geht die Lampe in das Stroboskop-Programm mit maximaler Lichtleistung über. Das hochfrequente blendende Flackern der Lampe soll so Angreifer im Dunkeln fern halten. Es wird hierbei ausdrücklich vor epileptischen Anfällen beim Geblendeten gewarnt!
Ich habe – mutig wie ich bin :lol: – den Selbstversuch gewagt und muss zugeben, dass mir von diesem Geflacker ein wenig übel in der Magengegend wurde. Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass Diebe/Gewaltverbrecher kurzzeitig orientlierungslos sind, wenn sie damit überrascht werden. Angesichts der kleinen Abmessungen wäre das eine ideale Selbstverteidigungsmaßnahme. Allerdings erfordert es etwas Übung und Gefühl, um die richtige Tast-Kombination in Stresssituationen durchzuführen. Um sich trotzdem schnell an die Anwahl der Leuchtprogramme zu gewöhnen, wird eine gut verständliche Anleitung im Check-Karten-Format mitgeliefert

Linse und LED Ein weiteres Highlight der LED LENSER Lampe ist die zusätzliche Linse in der Optik vor dem Leuchtmittel. Sie sorgt dafür, dass auch im streuenden Lichtkegel (defokussiert) kein dunkler Fleck in der Mitte zu sehen ist. Damit sieht man auch bei einer großflächigen Ausleuchtung eine homogen beleuchtete Kreisfläche. So etwas bietet nicht einmal Maglite.

Fokussiert wird das Licht über eine Gleitschlittenmechanik (Speed Focus), über die eine Metallhülse samt Linse nach vorn oder hinten geschoben werden kann. Das geht mit einem Finger sehr schnell und ohne nennenswerten Kraftaufwand. Fokussierter Lichtkegel

Zu allem Überfluss ist die LED LENSER M1 auch noch spritzwassergeschützt. Wobei das wohl ein wenig untertrieben ist, denn im Test leuchtete sie auch unter Wasser, ohne Spuren von eindringendem Wasser aufzuweisen. Und das, obwohl ich sie zu diesem Zeitpunkt bereits für das Eingangsfoto dieses Artikels auseinander geschraubt hatte! Falls mal wieder der Rasierer ins Wasser gefallen ist und gleichzeitig die Sicherung rausfliegt ;-)

Im Lieferumfang der M1 ist übrigens immer ein Lampen-Holster, ein Karabinerhaken, eine Umhängeschlaufe und eine ausführliche Bedienungsanleitung enthalten. Weil man damit aber noch kein Licht hat, ist natürlich auch eine passende Batterie dabei.

Soviel zur Theorie. Für die weitere Beurteilung werde ich das gute Stück Trails-and-Bikes-typisch unter die Lupe nehmen.

Verarbeitung

Das Gehäuse der LED LENSER M1 ist aus gut strukturiertem Metall und fasst sich sehr griffig an. Mit einer Länge von knapp 100mm erscheint sie erst ein wenig zu klein für eine gute Handhabung. Trägt man sie in der geschlossenen Faust (Einbrecher-Style ;-) ), passt sie so genau richtig. Für diese Trage-Art wurde sie sicherlich entwickelt, denn so lässt sich der Taster an der Rückseite sehr dosiert mit dem Daumen bedienen. Was ist an einer Mini-Maglite da noch mini?

Ob das Gehäuse nun aus brüniertem, rostfreien Stahl oder harteloxiertem Aluminium ist, weiß ich nicht. Im direkten Vergleich mit dem Gewicht meiner Alu-Mini-Maglite, tendiere ich aber eher zu Stahl.

Die Linse hört sich beim Draufklopfen nach echtem Glas an, scheint aber aus Polycarbonat zu sein. Weil aber der gesamte Linsen-Reflektor-Verbund aus einem sehr massiven Block gearbeitet ist, wirkt die Konstruktion trotzdem robust und outdoor-tauglich. Auch hier legen die Entwickler von Zweibrüder Optoelectronics also großen Wert auf Praxistauglichkeit.

Das Licht

Auch wenn es sich hier um einen Auftragsartikel handelt, kann ich mir ein Wow! nicht verkneifen. Die LED LENSER M1 ist HELL! Sie ist so extrem hell, dass man den gedimmten Modus wirklich braucht. Denn beim Lesen mit maximaler Leuchtkraft sieht man im Zentrum der beleuchteten Fläche nur noch weiß. Fokussiert man die Lampe kann man Objekte in ca. 30 bis 40 Metern Entfernung noch gut beleuchtet erkennen. Einen diffusen Lichtschimmer konnte ich sogar noch in über 100 Metern Entfernung erahnen.

Defokussiert hat man trotzdem noch eine sehr gute Ausleuchtung und das in einem weiten Lichtkegel, den ich so noch nicht einmal bei den ganz großen “Taschen”-Lampen gesehen habe (z.B. Maglite 4D … Ja, ich bin ein Maglite-Fan!). Die LED LENSER M1 an der Downhill-Strecke

Für den ausgiebigen Outdoor-Einsatz war die Lampe übrigens beim Vogtland Bike Enduro Race am 28.08.2009 mit dabei. Eigentlich wollte ich dort nur ein wenig mit ihr rumleuchten und posen, aber sie entpuppte sich dann als optimales Foto-Utensil:

Auf der Suche nach geeigneten Foto-Spots an der Strecke leuchtete sie mir sehr intensiv den Weg durchs dichte Unterholz. Da der integrierte Blitz, der dort verwendeten DSLR-Kamera, keine besondere Leuchte war, musste die LED LENSER M1 auch hier kräftig Unterstützungsarbeit leisten. Dabei eigneten sich die kompakten Abmessungen optimal, um die Taschenlampe zwischen linker Hand und Objektiv zu fixieren. Das Objektiv konnte dann trotzdem noch mit dieser Hand bedient werden. Die Fotos im entsprechenden Album werden mein überschwängliches Lob bestätigen.

LED LENSER M1 fokussiert und Blitzlicht der DSLR-Kamera LED LENSER M1 defokussiert und Kamerablitz

Fazit

Es gibt nicht viel Negatives über die LED LENSER M1 zu sagen. Also machen wir’s kurz: Taschenlampen für über 50,- EUR sind in meinen Augen schon Luxus. Doch nachdem ich nun weiß, was dieses kleinen Lichtwunder leistet, wäre ich gern bereit, diesen Preis zu bezahlen. Die exotische Batterie vom Typ CR123A hat mich auch ein wenig gestört, da ich diese noch aus meiner alten Analog-Spiegelreflex-Kamera kenne. Ich weiß, dass man für eine Ersatzbatterie dieses Typs mit ca. 6 bis 8 EUR rechnen muss. Allerdings ist eine Batterielebensdauer von 6,5 h bei dieser Lichtleistung recht lang. Es wird sich also in der Praxis zeigen, wie oft die LED LENSER M1 nach Nachschub verlangt. Skeptikern könnte man hier vielleicht die LED LENSER M5 empfehlen. Sie arbeitet mit einer handelsüblichen AA-Batterie. Zwar macht sie nicht ganz soviel Licht, sticht aber Konkurrenten wie die Mini Maglite (mit 2 AA-Batterien) immer noch eiskalt aus.

Für Läufer und Radfahrer gibt es von LED LENSER auch spezielle Lösungen, die mindestens genauso hell sind und mit entsprechenden Halterungen ausgeliefert werden. Bei Interesse solltet Ihr ruhig mal ein wenig die Produkpalette durchforsten oder Euch in der LED LENSER Community belesen. Hier findet Ihr Tipps und Erfahrungsberichte von Anwendern der LED LENSER Produkte.

Ebenso gut finde ich, dass Zweibrüder Optoelectronics auch separate Ersatzteile zum Verkauf anbietet (z.B. LEDs und Linsen). So gehört sich das für hochpreisiges Outdoor-Equipment!

Deshalb kann ich als Bewertung hier ein Daumen hoch! vergeben … Übrigens bin ich kein Maglite-Fan mehr. ;-)

Funktion (35%)
Verarbeitung (25%)
Bedienung (25%)
Preis (15%)

Test: LED LENSER M1, 5.0 out of 5 based on 2 ratings
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{ 2 comments… read them below or add one }

1 Gerd August 31, 2009 um 19:35

Was Du so alles testest???
190 Lumen sind der Hammer. Da gibt´s aber richtig Licht fürs Geld. Wenn Du damit jemanden blendest, sieht der die ganze Nacht nichts mehr. ;-)
Danke für den ausführlichen Bericht. Klasse.

2 Ralph September 2, 2009 um 11:12

Da kann ich mich Gerd nur anschließen, und Danke sagen für den Test :-)
Die Lampe werde ich mir wohl zulegen!!!

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