Teil 2 der Suunto-Testreihe von Trails & Bikes befasst sich mit dem Suunto Bike POD. Diesen gibt es in zwei Varianten:
Die Rennradvariante (Road Bike POD) ist die etwas Elegantere. Signalnehmer und Sender sind im Hebel eines Schnellspanners integriert. Das Signal der Vorderradumdrehung wird klassisch mit einem Magneten an einer Speiche geliefert. Laut Hersteller wird der Einsatz dieser Lösung nur für Rennräder/Straßenräder empfohlen. Liegt wahrscheinlich an der Haltbarkeit der Achse.
Eigentlich gefiel mir diese integrierte Variante sehr gut. Weil ich aber Erstens ebenso Haltbarkeitsbedenken hatte und Zweites nicht auf meinen schönen Understatement-Schnellspanner von Tune verzichten wollte
, griff ich zum MTB Bike POD.
Dieses wird konventionell an der Gabel befestigt. Auch hier ist ein Magnet der Signalgeber. Beide PODs ähneln stark den Sendern von Mavic-Wintech-Fahrradcomputern. Kein Wunder, denn Suunto wirbt damit, dass die Geräte von Mavic entwickelt wurden.
Bis Dezember 2008 war ich immer nur in Besitz von Sigma-Sport-Computern. Nach einem halben Jahr Suunto an der Gabel wird es Zeit, Euch meine Eindrücke zu präsentieren.
Preis, Ausstattung und Gewicht:
Jetzt nicht erschrecken: Der Suunto Bike POD kostet laut Liste 49,95 EUR! Gemessen an Fahrradcomputern von Sigma Sport ist das einfach nur teuer. Im Lieferumfang ist neben POD, Magnet, Batterie und Kabelbindern noch eine Lenkerhalterung enthalten, auf der die Pulsuhr befestigt werden kann. Die Halterung ist ein lieblos gestalterter, extrem massiver Hartgummiklotz. Deshalb verzichte ich lieber auf den Einsatz dieses Teils.
Man kann mit dem Bike POD noch Gewichtsfeintuning am Fahrrad vornehmen. Inklusive Batterie und Magnet kommen hier nur 18 g zusätzlich ans Bike. Zum Vergleich: Ein Sigma Sport BC 906 mit ähnlichem Funktionsumfang wiegt allein 26 g. Dabei sind noch nicht Kabel, Magnet und Signalnehmer einbezogen. Zählt man dies hinzu wiegt das Bike POD grob geschätzt nur die Hälfte eines herkömmlichen Fahrradcomputers.
OK, für dieses Argument werdet Ihr mich jetzt definitiv belächeln.
Deshalb: Aber auch das rechtfertigt den hohen Preis nicht.
Die Montage:
Der Suunto Bike POD soll mit zwei (beigelegten) Kabelbindern am Tauchrohr der Federgabel fixiert werden. Die eigenartige Form des PODs verursacht dabei erhebliche Probleme. Ich habe das Gerät in keiner angegebenen Position formschlüssig an der Gabel befestigen können. Irgendwo war immer ein Spalt. Das führt natürlich dazu, dass man den Bike POD mit der halbherzigen Kabelbinderfixierung nicht richtig fest angezogen bekommt. Mit etwas Kraftaufwand kann man ihn so problemlos verschieben.
Auch sollte man dringend beachten, dass ein Batteriewechsel am Gerät ohne Ausbau des Vorderrads möglich ist. Das heißt im Klartext: Der Batteriedeckel sollte nach Außen zeigen, der Produktschriftzug demnach zum Laufrad. Hier muss ich dem Suunto Bike POD ein dickes Minus in der Bewertung verpassen. Viele andere Hersteller bieten durchdachtere Befestigungssysteme an.
Ganz anders wirkt die Befestigung des Magneten an den Speichen. Dieser wird mit einer flachen Schlitzschraube geklemmt. Das funktioniert ohne großen Kraftaufwand und hält perfekt! Das ist – im positiven Sinne – kein Vergleich zu den Magneten von Sigma Sport, wo man sich bei der (De-)Montage fast die Finger bricht.
Liebes Suunto-Team, warum habt ihr beim POD selbst nicht so ein tolles System eingesetzt?! Ihr könnt sowas doch scheinbar konstruieren!
In der Praxis:
Das Bike POD liefert der Suunto-T3-Uhr die Momentangeschwindigkeit sowie die gefahrene Strecke und Durchschnittsgeschwindigkeit für einzelne Runden und die gesamte Tour. Prinzipiell reichen diese Werte als Trainingsinformationen aus. Mir fehlt da allerdings die Speicherung der Maximalgeschwindigkeit. Wobei diese Schwachstelle wohl eher auf die Software der Uhr zurückzuführen ist. Bessere Modelle (z.B. T4c oder T6) bringen diese Funktion vielleicht mit.
Ungewohnt war für mich anfangs auch die Tatsache, dass die Uhr die Zeit der gesamten Trainingsdauer und nicht die reine Fahrzeit aufzeichnet. Mein Ego musste deshalb erstmal niedrigere Durchschnittsgeschwindigkeiten in Kauf nehmen.
Für eine spätere Ermittlung der reinen Fahrzeit starte ich auf der Pulsuhr bei Stopps (an Ampeln oder bei Pausen) einfach eine neue Runde, die bei der Weiterfahrt beendet wird. So kann man nicht nur die Stillstandszeiten ermitteln, sondern auch die Pulsentwicklung in den Pausen dokumentieren. Insofern wandelte sich der anfängliche Nachteil in einen Vorteil.
Die Genauigkeit des PODs ist erstaunlich! Im Vergleich zum Garmin eTrex Vista geht die gemessene Strecke beim Bike POD nur um knapp 1 % vor. Das liegt natürlich primär an der persönlichen Genauigkeit beim Messen des Radumfangs.
Die Funkübertragung der Daten vom POD zur Uhr funktioniert zuverlässig. Ich trage die Uhr sicherheitshalber auf der Seite am Arm, wo auch der Sender am Bike befestigt ist (in meinem Fall rechts). Die schlechte Fixierung des PODs schlägt mir allerdings in seltenen Fällen ein Schnippchen. Geht es im Gelände mal richtig zur Sache, kann es durchaus passieren, dass der Sender/Signalnehmer in der Position leicht verrutscht (durch Äste etc.) und plötzlich keine Signale vom Magneten erhält. Das nervt, weil es mit einem unnötigen Stopp verbunden ist. Ich konnte das Auftreten dieser Störung im letzten halben Jahr aber zum Glück noch an einer Hand abzählen.
Fazit:
Der Suunto Bike POD ist kein “Wow-Produkt”. Er tut was er soll und das größtenteils zuverlässig. Die schlechte Montage des Hauptgeräts kann sich im harten Offroad-Einsatz störend auf die Geschwindigkeitsmessung auswirken. Die fehlende Aufzeichnung der Maximalgeschwindigkeit vermisst man ebenso. Hier sollte Suunto mal über ein Firmware-Update seiner Uhren nachdenken.
Der große Vorteil, den ich in diesem Gerät sehe, ist einfach die Konzentration auf einen einzigen Trainingscomputer, der Tour- und Puls-Daten aufnimmt. Knapp 50,- EUR Anschaffungskosten sind für dieses Pulsuhr-Upgrade aber definitiv zu teuer. Denn mehr als das ist es nicht.
Wen es nicht stört, einen extra Fahrradcomputer mit Kabeln am Bike zu montieren, der sollte hier lieber etwas Klassisches von Sigma Sport kaufen. Für 20 EUR gibt es hier mehr Funktionen.
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