Seit meiner Erkältung vor 2 Wochen, war heute endlich mal wieder die Zeit und das Wetter für eine kleine Ausfahrt passend. Ich habe mich für eine Straßentour entschieden, weil es die letzten Tage sehr matschig war und seit gestern wieder Minusgrade herrschen. Im Wald wäre das wahrscheinlich zu einem Glücksspiel auf Glatteis geworden. Damit die Tour trotzdem ein bisschen fordernd wird, entschied ich mich für Kraft-Ausdauer-Training auf Asphalt. Sprich: Hohe Gänge, niedrige Trittfrequenzen und Pulsbereich über 80 %.
In Zahlen sieht das Ganze dann so aus:
Strecke | 30,8 km
Dauer | 73 min
Höhe | ca. 400 Hm
ØHF | 169 bpm
max. HF | 192 bpm
Verbrauch | 1.043 kcal
Beim Poser-Anstieg die Plauener Fußgängerzone herauf, ließ sich aus den Beinen gegen Ende nichts posing-würdiges mehr heraus holen.
Auf dieser Tour musste ich natürlich viele neue Eindrücke über die frischen Komponenten am Mountainbike sammeln. Neben den Antriebsteilen waren auch zum ersten Mal meine neuen Click-Schuhe mit auf Tour:
Adidas adistar XC Race:
Diese MTB-Schuhe wurden vom elterlichen Weihnachtsmann ’08 gesponsort. Mit 330 g/Paar hat sich das Modell den Titel World-Cup-Schuh redlich verdient. Das Profil macht einen schlammtauglichen Eindruck. Für besonders losen Untergrund kann man an der Spitze noch 2 Stollen befestigen. Im Vergleich zu anderen Click-Schuhen sind die adistar XC Race fast schon gut zum Laufen geeignet.
Die Verschlusstechnik hat mich anfangs ein wenig abgeschreckt: 2 Klettverschlüsse und eine “Ratsche” (wie bei Ski-Schuhen). Bisher fand ich Schnürschuhe mit Klettverschluss zur Schleifenfixierung immer am Besten. Der bequeme, schnelle Einstieg in die neuen Schuhe hat mich aber sofort überzeugt. Das Obermaterial ist komplett aus robusten Synthetik-Materialien.
Während der Fahrt wird der Schuh gut durchlüftet. Im Sommer ist das sicher sehr angenehm. Bei -2 °C war das jedoch an den Zehen ein bissl frisch. Schade. Bei solchen Temperaturen konnte ich mit meinen alten Adidas El Moro noch ohne extra Überschuhe fahren.
Prinzipiell aber ein wunderbarer Schuh. Vielleicht verfasse ich später einmal einen ausführlichen Testbericht, wenn mehr Kilometer damit gefahren wurden.
Vom Schuh geht’s zu den Pedalen:
Das Click-System der Crank Brothers Eggbeater ist vom Shimano SPD-System grundverschieden. Oder anders: Es ist 1000mal besser!
Der Cleat clickt zwischen zwei scherenartig gespannten Stahlringen ein. Durch die spezielle Wirkrichtung der Spannfeder ist so ein Lösen des Schuhs durch Aufwärtsbewegungen nicht mehr möglich. Die übliche seitliche Ausklickbewegung funktioniert dafür besonders leicht. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- man kann immer mit maximaler Kraft die Pedale ziehen ohne rauszurutschen
- die Schuhe lösen sich mit minimalem Kraftaufwand aus dem Pedal
- die aufwendige mechanische Konstruktion zur Einstellung der Auslösehärte entfällt komplett
Die preiswerteste Variante dieser Pedale ist bereits 30 g leichter als die Shimano-XTR-Clickies. Und das bei Stahlachse, -feder und körper. Für dieses Modell habe ich mich auch entschieden, weil es am bezahlbarsten und haltbarsten ist.
Über die Pedale wird die Kraft auf die Race Face Deus XC übertragen und dort in Drehmoment umgesetzt. Zu den Kurbeln gibt es sonst nichts weiter zu sagen: Sie sind leicht, haltbar und sehen verdammt gut aus. Das Tretlager läuft leise und widerstandsarm. Von den Race Face Kettenblättern war ich angenehm überrascht. Die Schaltvorgänge laufen zügig ohne Krachen oder Verhaken ab. Hier hatte ich ursprünglich die Befürchtung, dass die Shimano-Kette mit den Custom-Teilen nicht harmoniert. Diese Zweifel sind verflogen.
Die XTR-Kette und -Kassette funktionieren erwartungsgemäß leise und präzise. Die XTR Schalthebel haben mich dann aber doch sehr beeindruckt. Zum einen finde ich es genial, dass man nun nur noch den Daumen braucht, um hoch und runter zu schalten. Die Schaltwege sind sehr kurz und die benötigte Fingerkraft kaum noch spürbar. Da ich noch meine alten LX-Shifter gewohnt war, habe ich am Anfang der Tour deshalb hinten immer gleich 3 Gänge geschaltet. Die Eingewöhnung ging aber schnell.
Insgesamt ist der neue Antrieb eine unschätzbare Verbesserung. Heute wurde mir erstmals klar, wieviel bis dato von meiner Kraft gar nicht erst in Vortrieb umgesetzt wurde. Die Schaltbarkeit unter Belastung hat sich wesentlich verbessert. Ein leichtes Krachen lässt sich trotzdem manchmal nicht vermeiden. Bei normaler Fahrt hört man vom Antrieb kein einziges Geräusch außer das Klicken des Schalthebels. Den Effekt bekommt man aber sofort in den Beinen zu merken.
Fazit: Verringerter Kraftaufwand, kürzere Schaltzeiten, höheres Tempo, breiteres Grinsen
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{ 3 comments… read them below or add one }
Tolle Tour, tolles Material!!
Irendwann demnächst!
Meine nächsten Clickis werden übrigens auch die “Eggbeater”
Das mit den Eggbeater hört sich interessant an. Muss ich mal beim Bikehändler meines Vertrauens anschauen.

Und die Schuhe machen auch einen Super Eindruck. Aber für den Winter wohl weniger geeignet. Ich war ja vor dem Winter am suchen und wollte unbedingt den Adidas El Moro.
Leider konnte ich den nirgends mehr kriegen!
Dein Puls ist ziemlich hoch. Mein lieber Mann, Du kannst aber hoch drehen.
Gruß Gerd
Bin ja noch ein paar Jährchen jünger. Dementsprechend liegt mein theoretischer Maximalpuls bei 194 bpm. Mein absoluter Rekord war mal ein Puls von 204 bei’nem Ego-Sprint auf den Olympiaberg in München. Hab danach mal meinen Hausarzt dazu befragt. Der meinte aber, dass ich das kurzzeitig in meinem Alter schon machen könnte, solang ich bei Ruhe dann wieder schnell auf unter 160 falle.