Talsperre Dröda und Burgruine Burgstein

by MTBTier on 29.05.2009 · 2 comments

in Touren,Training

Für eine Niederlage wollte ich bis zum Monatsende noch Genugtuung. Es war die Tour zur Talsperre Dröda inklusive einem Abstecher zur Burgruine Burgstein. Heute sollte also der Tag meiner Revanche werden! Er begann nicht gerade wie gewünscht: 12 °C, starker Wind und dunkelgrau bedeckter Himmel.

Aber egal! Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde der Rucksack zusammen gepackt. Dabei probierte ich eine neue Ernährungsstrategie aus, auf die ich beim Verfassen des frubiase-Tests gekommen bin. Unmittelbar vor der Abfahrt habe ich 0,4 l Wasser mit einer halben Tagesdosierung frubiase SPORT Ausdauer getrunken. Zusätzlich zu den 2 Litern Leitungsheimer im Camelbak kam dann noch die 0,4-Liter-Sigg-Flasche mit einer halben Tagesmenge frubiase SPORT plus mit auf die Tour.

Grundgedanke war, die ersten 90 Minuten der Fahrt nur mit Wasser auszukommen, dann eine Pause für den Verzehr von 2 Müsliriegeln einzulegen und für den weiteren Tourverlauf die Versorgung mit schnell wirkender Nährstoffzufuhr aufrecht zu erhalten.

Höhenprofil und Verlauf der Strecke findet ihr hier und natürlich unter Trails. Mit den Wegen zum/vom Ausgangspunkt, diversen Verfahrern und regelmäßigen Blicken in das Kartenmaterial sah die Runde für mich so aus:

Strecke | 62,1 km
Dauer | 4 h 25 min (netto: 3 h 19 min)
Anstieg | 907 Hm
ØHF | 140 bpm
max. HF | 177 bpm
Verbrauch | 2.674 kcal

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich besonders auf sehr langen Touren meinen Puls problemlos in angenehmen Bereichen halten kann (s. auch Bericht zur 3-Talsperren-Tour). Liegt wahrscheinlich daran, dass ich in Erwartung der langen Strecke deutlich vernünftiger in die Warmup-Phase gehe.

Der Blick vom Rosenberg

Der Blick vom Rosenberg

Bis Pirk war ich noch recht guter Dinge. Doch dann kam ich auf Wege, die von Spaziergängern scheinbar sehr gemieden werden. Sie waren in die Karte des Landesvermessungsamts eingezeichnet, mit dem bloßen Auge aber nur unter großer Konzentration zu erkennen. Alles war ca. 50 cm hoch mit Gras zugewachsen. Teilweise bekam ich nur über das Feedback von Gabel und Vorderrad die Bestätigung, dass hier mal ein Waldweg war. Durch das Gestrüpp konnte ich dennoch relativ unbesorgt fahren. Meiner FSME-Impfung sei Dank… zumal Zecken ja erstmal 6 Stunden brauchen, bis sie eine Stelle zum Schaden anrichten gefunden haben. (Nach der Dusche habe ich dann 3 von meinen Waden abgelesen und verbrannt. Kenne da keine Gnade für diese Mistviecher.)

In Dröda angekommen wäre dann eigentlich schon die Zeit für die Müsliriegelpause gewesen, aber ich wollte davor unbedingt noch auf die andere Uferseite der Talsperre. Essen gab’s dann also erst knapp 2 h nach Einnahme des Iso-Getränks.

Danach wurde es etwas haarig. Ein Singletrail, der laut Karte ca. 15 m neben dem Ufer entlang führt, war für mich am Wasser zu Ende. Da Dröda eine Trinkwassertalsperre ist, wollte ich dann auch nicht durch die Uferzone brettern. Also Bike schultern und bergauf durchs Unterholz klettern, um den ursprünglichen Rundwanderweg zu finden. Dort angekommen fing ich an, mit dem Bleistift die nicht existenten Wege aus der Karte zu streichen. Bis zu der sanierten gotischen Burgruine Burgstein (klingt irgendwie paradox) durften noch 2 “Feld- und Waldwege” (O-Ton d. Karte) dran glauben. Wie befriedigend Durchstreichen manchmal sein kann. ;-)

Die Autobahnbrücke bei Pirk

Die Autobahnbrücke bei Pirk

Ab Burgstein traten dann keine Navigationsprobleme mehr auf. Der Rückweg führte durch das Lohbach-/Kemnitztal nach Neumühle und über einen steilen Singletrail hoch zur Pirker Autobahnbrücke. Dort brannte mir dann plötzlich die Sonne auf den Pelz, so dass ich dummerweise die Ärmel meines Frühlings-/Herbsttrikots abgezippt habe. Auf dem Rückweg entlang des Elsterufers über Weischlitz, Kürbitz und Straßberg bereuhte ich das bitter. Denn in Weischlitz setzte ein konstanter, kalter Dauerregen ein. Ich war dann aber auch zu stur, wegen dem bisschen Wasser anzuhalten und die Dinger wieder ans Trikot zu machen. In Kürbitz war meine Freeride-Short bereits vollständig mit Wasser vollgesogen.

Themenfremde Anmerkung: Ich besitze eine Freeride-Short, obwohl ich nicht zu dieser Mountainbiker-Gruppe zähle. Während der 3-Talsperren-Tour bekam meine enge Fahrradhose einen Riss entlang des A****polsters. Nach über 7 Jahren Einsatz ging sie so heimlich, still und leise in die ewigen Jagdgründe ein. Bis ich einen adäquaten Ersatz gefunden habe, fahre ich halt mit der ungepolsterten Short. Erstaunlicherweise geht das auch auf Langstrecken schmerzfrei… wie gut, wenn man balls of steel hat. ;-)

Dementsprechend mehr Masse mussten meine Beine bewegen. Kurz vor Straßberg kam er dann! Ein Besucher, der mich für sehr lange Zeit in Frieden gelassen hatte. Sein Name ist Ast, Hungerast. Bis dahin ging meine Ernährungsstrategie voll auf. Die Nässe, Kälte und der Wind hatten ihm sicher den Weg geebnet. Mein größter Fehler war, dass ich nur Verpflegung für ca. 3,5 h eingepackt hatte und zu diesem Zeitpunkt schon 4 h unterwegs gewesen bin. Typisch Gepäckoptimierung à l’Andreas: Zu knapp kalkuliert.

Die paar Kilometer bis Plauen ließen sich aber auch noch schaffen. So war es am Ende eine gelungene Runde, eine befriedigende Revanche gegen Mr. Murphy und eine neue Strecke für die Trails-Rubrik.

RSS Feed
Outdoor und Klettern mit Bergfreunde.de

{ 2 comments… read them below or add one }

1 Gerd Mai 29, 2009 um 08:57

… balls of steel… ;-)
War mein erster Blick als ich auf der Strasse lag. ;-) Zum Glück blieb alles heile. Da gebe ich doch gerne ein “Radiusköpfchen” zum Abschuss frei.
Deine Tourbeschreibung macht mich schon ganz unruhig. Aber da muss ich wohl oder übel noch ein bisschen warten. Dann muss ich mich wohl an deinen Tourbeschreibungen erfreuen!

2 MTBTier Mai 29, 2009 um 09:10

Hatte gestern schon ein schlechtes Gewissen, dass ich genau dann von einer etwas umfangreicheren Tour berichte, während einer meiner treuesten Stammleser in Schienen eingepackt vorm TV sitzen muss. :-(

Ich hoffe, die Fotos entschädigen ein wenig. Hatte eigentlich noch ein Video, aber irgendwie muss ich da nochmal bissl an Wordpress rumoptimieren, bis ich das direkt hochladen kann.

Dir weiterhin gute Besserung! :-)

Leave a Comment

Previous post:

Next post: