
Die erste Ausfahrt nach den Feiertagen (am 28.12.) war voll und ganz den schnellen Trails gewidmet. Schon während der Feiertage war klarer Himmer und es herrschten Temperaturen um -3 °C. Bike und Fahrer hatten also gute Chancen, sauber zu bleiben.
Ausgehend vom Elsteruferwanderweg, der von der Plauener Stadtmitte einfach zu erreichen ist, ging es stromaufwärts der Weißen Elster auf gut gepflegten Feldwegen über Straßberg nach Kürbitz. Von dort musste ein teilweise recht steiler Anstieg über gefrorenen Waldboden bewältigt werden, um die erste schöne Abfahrt genießen zu können. Die Wegbreite erlaubte hohe Geschwindigkeiten und das flüssige Durchsurfen (lieber Onkel Duden bitte hau mich nicht
) der unregelmäßigen Bodenwellen steigerte den Spaß nochmal ungemein.
In Weischlitz angekommen, wartete der erste Trail bereits hinter einem Anstieg über Feldwege. Bergab knirschte der glatte, hart gefrorene Waldboden und sorgte für gute Traktion in den kurvigen Passagen. Vereinzelt auftretende Wurzeln konnten lässig übersprungen werden.
Wieder im Tal angekommen folgte ich einfach dem Wanderweg zur Staumauer der Talsperre Pirk. Während der Tragepassage die Staumauertreppen hinauf merkte ich dann auch, dass die letzten Kilometer schon etwas anstrengend waren. Oben angekommen machte der Single-Trail entlang des Talsperrenufers aber wieder alles wett.
Der niedrige Sonnenstand machte mich darauf aufmerksam, dass ich irgendwann auch mal wieder nach Hause müsste. Es folgte ein langer, zäher Anstieg über Feldwege und Dorfstraßen. Die Ideallinie bergauf wurde mir von spiegelglatt gefrorenem Hangwasser aufdiktiert.
Fast zurück in Plauen erschien der Kemmler-Turm am Horizont und winkte mir verlockend zu: “Jetzt isses auch egal.”, dachte ich mir und klotzte die letzten Höhenmeter rauf zum höchsten Punkt Plauens.
Und da war sie: Die letzte und längste Abfahrt der Tour! Und was für eine Abfahrt! Zuerst ging es über trockene ebene Waldwege. Danach folgte die abschließende Single-Trail-Krönung. Durchschlengeln zwischen den Bäumen, die unmittelbar am Wegrand stehen. Beschleunigen. Kurve! … Oh die kann man ja auch mit Vollgas nehmen… Weiter Beschleunigen! Baum! Baum! Wurzel, Strauch! Zweige peitschen auf den rechten Unterarm und weiter geht’s… ADRENALINADRENALINADRENALIN
Zwei Spaziergänger laufen durch die dunkler werdende Dämmerung. Es raschelt leise. Das Rascheln wird lauter: ZWOOOOOOOSCH: Auf einem Pfad ca. 5 m Luftlinie neben ihrem Spazierweg rauscht ein Fahrrad mit einem vollständig eingepackten Fahrer vorbei und und verschwindet sofort hinter der nächsten Kurve.
Die Dunkelheit erfordert extreme Konzentration. Die Augen sind zusammengekniffen und starr auf den Trail fünf Meter vor dem Vorderrad gerichtet. Und plötzlich steht man auf einem Fußweg mitten zwischen vier- bis fünfstöckigen Mietshäusern. So ist Plauen. Die Brille beschlägt von innen, die Pulsuhr zeigt 187 bpm an und jeder Pedaltritt auf dem Weg zum eigenen Heim schmerzt.
Diese Tour findet ihr natürlich wieder bei GPS-Tour.info und in diesem Blog unter Trails.
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