Einen Samstag, den man schon um 8 voller Motivation beginnt, muss man einfach für eine Mountainbike Tour nutzen. Nachdem ich bis Mittag sämtliche nicht-bikerischen Verpflichtungen und Besorgungen erledigt hatte, konnte ich mich gemütlich in den Sattel schwingen. Geplant waren eigentlich die Einzelsegmente L und XL der Plauen-Rundfahrt. Aber bereits der Anstieg von Straßberg zum Burgteich war nicht mehr mit dem MTB zu bewältigen. 20 – 30 cm festgefrorener Tiefschnee und keine zusammenhängenden breit getretenen Flächen. Hier sind eindeutig zu wenig Spaziergänger unterwegs! ![]()
Ich entschied mich dann für den Umweg über Dorfstraßen nach Kürbitz und von dort bergauf zum Burgteich. Leider waren auch die Wege zum Burgteich nicht passierbar. Also weiter auf Asphalt über Thiergarten nach Meßbach. Dort wäre eigentlich das nächste Highlight der Plauen-Rundfahrt: ein ca. 3 km langer Anstieg bis nach Unterlosa. Aber auch hier musste ich nach 50 m Feldweg kapitulieren.
Es folgte die Straße von Meßbach nach Taltitz. Dort bot sich mir ein herrlicher Anblick.
Leider habe ich das Handy nicht rechtzeitig aus der Halterung am Arm bekommen. So mussten die neun Rehe, die dort im Verbund über die Landstraße galoppierten, leider unfotografiert bleiben.
In Taltitz wurde ich mal wieder Opfer meiner mangelhaften Navigationskünste. Denn plötzlich stand ich auf einer – bis dahin recht gut geräumten – Straße vor einer Absperrung. Dahinter folgte Schnee und eine LKW-Spur… weiter nichts. Mir war zu diesem Zeitpunkt einfach alles egal. Also ab in die LKW-Spur, die von ca. 20 cm hohen Schnee-Eis-Wänden eingefasst war. Sowas sollte man öfter mal machen, um seine Balance auf dem Mountainbike zu trainieren. Mehr als 15 km/h waren nicht drin. Dabei rutschten beide Räder auf der vereisten Spur unberechenbar hin und her. Mit dem Oberkörper versuchte ich permanent den Schwerpunkt konstant über der LKW-Reifenspur zu halten, damit sich die rutschenden Räder nicht in den Tiefschnee fressen konnten. Insgesamt klappte diese Passage besser als anfangs erwartet.
Plötzlich war allerdings Schluss mit LKW-Spuren. Man sah nur noch weiß, am Horizont ein Haus und die Bundesstraße nach Plauen – mein kurzfristiges Streckenziel. Unter mir war Acker. Die Bodenwellen konnte man unter der ebenmäßigen Schneedecke nicht ausmachen. Alle paar Meter versank das Vorderrad bis zur Nabe im Schnee. Also musste ich das Zaskar schultern. Bis zum angepeilten Häuschen und der dort erhofften Zufahrtsstraße waren es noch ca. 800 bis 1000 m. Die Adidas Elevation Sportbrille musste ich absetzen, weil sie ohne Fahrtwind nicht sofort aber früher oder später doch beschlägt. Das Resultat war ein wunderbarer Whiteout, gebildet von der Schneedecke und dem hellgrauen Himmel. Zum Glück hatte ich meinen Fixpunkt – das Haus. Dieser Fußmarsch ging wirklich an die Substanz.
Umso erstaunlicher war das Vorankommen auf der angepeilten Bundesstraße von Oelsnitz nach Plauen. Getrieben von dem Wunsch, diese schnell wieder zu verlassen, fuhr ich sie bergauf und bergab mit überdurchschnittlichen Geschwindigkeiten. Die Autofahrer verhielten sich erstaunlich rücksichtsvoll und überholten mit ausreichend Abstand.
Oberlosa war die erste Möglichkeit wieder auf Dorfstraßen zu gelangen. Zum Abschluss ließ ich es mir nicht nehmen, nochmal über Waldwege zum Waldhaus Reusa zu fahren, um dort den schönen Singletrail zurück in die Plauener Innenstadt zu heizen. Herrlich! Von Rodelschlitten festgefahrener griffiger Untergrund verleitet einfach zum Vollgas geben. Diese letzte Abfahrt entschädigte für alle Qualen auf den vorangegangenen Kilometern und ließ mich doch glücklich den Heimweg antreten.
Strecke | 32,4 km
Dauer | 2 h 01 min
Anstieg | 355 Hm
ØHF | 155 bpm
max. HF | 185 bpm
Verbrauch | 897 kcal
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{ 3 comments… read them below or add one }
Das ist das Schöne am Mountainbiken: Naturerlebnisse und ein bisschen Abenteuer…
Klingt eher nach einem spannenden Ausflug, denn nach einer Ausfahrt.
Aber wenn man immer vorher wüsste, wie es ausgeht, wärs doch auch langweilig.
Wenn ich das lese, weiß ich das ich doch mal wieder los muss mit dem Bike, auch wenn ich es ab und zu mal tragen muss!! Am Wochenende werde ich mich in den Wald begeben und testen was geht
Also, DANKE! Es passt
Foto als nächstes in meinem Blog.
ps. Asche auf mein Haupt! Das Trikot ist gekommen und ich habe mich noch nicht mal bedankt bei Dir