Seit ich mich erinnern kann, finde ich nichts wirklich Verlockendes an der allgemeinen Fehlinterpretation des Vatertages als unter der Bezeichnung Männertag getarnte Sauforgie.
Trotzdem wollte ich den freien Tag für eine intensivere Mountainbike-Runde nutzen. Da sich meine Navigationsfehler in den letzten Monaten in Grenzen gehalten hatten, empfand ich Himmelfahrt als geeigneten Termin für neue Trail-Experimente. Es stand also ein sprichwörtliches Himmelfahrtskommando an.
Dazu nahm ich mir die Tour Erst die Grundlagen, dann das Vergnügen als Basisstrecke auf dem Garmin Edge 705 mit. Allerdings wollte ich die lange Strecke über die Bundesstraße nach Tschechien heute noch weniger als sonst befahren. Denn der Durchschnittsvogtländer nutzt diesen tschechischen Nicht-Feiertag zum billig Vollfressen und mit Zigaretten Eindecken.

Als Alternative schlugen mir einige Wegweiser den Elsterwanderweg vor. Mir war klar, dass dieser flussaufwärts kein Urlaub wird. Allerdings rechnete ich nicht mit Anstiegen, die sogar für gut trainierte Wanderer einen Herausforderung sind. Der Blick auf die gegenüberliegende Seite des Tals entschädigte aber regelmäßig für die Anstrengung.
Am Abzweig nach Hundsgrün navigierte ich dann das erste und einzige Mal falsch. Dadurch fand ich aber eine sehr schöne Abfahrt nach Rebersreuth. Dort genehmigte ich mir nach den ersten 25 km ein frisch gegrilltes Steak. Diverse Himmelfahrtsausflügler und eine 20-köpfige Motorradfahrergruppe musste ich allerdings vor mir bestellen lassen.
Weiter ging es dann die gewohnte Route über Dorfstraßen bis kurz vor Breitenfeld. Mit 651 m ü. NN. war das der höchste Punkt der Tour und ich hatte schon 600 Höhenmeter Anstieg auf dem Garmin stehen. Hier schlug ich dann den Heimweg ein. Der war wesentlich offroad-lastiger. Trotz der weiterhin steilen und sehr verwurzelten Anstiege kam ich bis zurück nach Plauen ohne großartige konditionelle Probleme. Was mich wunderte, waren die wenigen männertagstypischen Wandergruppen. Die hatten wahrscheinlich keine Lust auf den Wind und die nur 9 bis 13 °C.
Alles in Allem war dieser Ausflug schonmal eine gelungene Einstimmung auf die Alpencross-Etappen. Rein theoretisch müsste ich morgen aber gleich noch so eine Tour hinlegen:
Strecke | 64,4 km
Dauer | 3 h 40 min (brutto: ca. 4 h 15 min)
Anstieg | 1.104 Hm
ØHF | 153 bpm
max. HF | 187 bpm
Verbrauch | 2.153 kcal
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{ 7 comments… read them below or add one }
Hört sich nach einer tollen Tour an. Bei dem Wetter bestimmt nicht nur die reine Freude.

Eigentlich würde ich ja auch gerne mal wieder eine große Tour machen, aber irgendwie zieht es mich im Augenblick eher zum Laufen.
Aber man kann ja nicht alles haben.
Schöne Tage wünsch ich Dir noch!
Das mit dem Feiern am Vater/Männer/Herrentag habe ich früher auch gerne betrieben
Da haben wir beide ja von den Daten fast das gleiche Training absolviert. Bis auf die HF natürlich
Das Wetter ist zur Zeit wirklich erschreckend. Aktuell bei uns 7°C und Nieselregen
Mußte gestern auch feststellen dass es nicht mehr so viele echte Männer gibt als früher.
In den Jahren zuvor hat man überall Gruppen mit oder ohne Bollerwagen gesehen.
Die haben sich gestern wahrscheinlich in die Pils Bar verkrochen.
Das klingt janach einer coolen Tour. Möglicherweise gab es kaum Bollerwagenfahrer, da Du ja von steilen Wurzeltrails schreibst?
Denn die Datumstrinker sind eigentlich immer unterwegs.
Also, ich habe wirklich viele “Bollerwagentruppen” gesehen!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich wurde sogar angefeuert von den etwas alkoholisierten menschenähnlichen Wesen
Im Nachhinein scheint der fehlende Kontakt zu Bollerwagengruppen wohl wirklich an der Wahl der Strecke gelegen zu haben. Denn in anderen Ecken der Region soll ganz schön die Post abgegangen sein.
Trotzdem oder gerade deswegen war es eine sehr schöne Tour.
Wir haben auf unserer Tour nur eine Dreiergruppe gesehen. Einer davon im rosa Häschenkostüm…