Mit dem Rad zur Arbeit fahren, ist in der mich umgebenden Blogosphäre eine angenehme Möglichkeit, den Spaß am Fahrrad fahren mit dem bösen A-Wort zu verbinden. Mir fallen spontan mindestens drei Blogger ein, die regelmäßige MdRzA’ler sind. Mir schwirrte der Gedanke, mit dem Mountainbike zur Arbeit zu fahren auch schon länger im Kopf herum.
Bis jetzt hielten mich immer zwei Argumente davon ab:
1. Ich fahre furchtbar gern Auto. ![]()
2. Mein Arbeitsweg ist ein kleines Bisschen länger.
Trotzdem wollte ich diese Sache endlich mal in Angriff nehmen. Nicht zuletzt, weil der Ansporn da war, es den anderen Bloggern gleich zu tun.
Heute bin ich also statt 6:30 bereits um 5:45 Uhr aufgestanden, um ein entspanntes Zeitpolster für dieses Projekt zur Verfügung zu haben: Gemütlich duschen, ausgiebig frühstücken und danach vorsichtshalber ein Glas frubiase SPORT Ausdauer reinpfeifen. Punkt 6:42 startete ich den Hinweg zu meinem Arbeitsplatz:
Strecke | 34,4 km
Dauer | 89 min
Anstieg | 550 Hm
ØHF | 158 bpm
max. HF | 180 bpm
Verbrauch | 1.182 kcal
Achso! Hatte ich vergessen zu erwähnen, dass mein Arbeitsplatz über 30 km von meinem Wohnort entfernt liegt? ![]()
Nun ja, ich war zumindest mental darauf vorbereitet. Auf dem Hinweg bereuhte ich meine Fahrzeugwahl zeitweise sehr stark. Besonders der 7 km lange Abschnitt auf einer für den Transitverkehr sehr bedeutenden Bundesstraße ging mir richtig auf den Sa**.
Das wesentlich stärker profilierte letzte Stück machte mit dem Mountainbike aber dann wieder Spaß: Kleine idyllische vogtländische Dörfer, ein optisch interessantes Wechselspiel aus Wald und Wiesen, zwischen denen sich die schmale Dorfstraße bergauf schlängelt und ein Habicht, der im Sturzflug auf dem Acker neben der Straße landet und mit einem Tier in den Krallen wieder abhebt. So etwas bekommt man als Autofahrer gar nicht mit!
Der Arbeitstag verlief wider Erwarten gut. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich meine Arbeit wesentlich motivierter und fitter aufgenommen habe.
Gegen 16:30 ging es dann wieder auf die Heimfahrt. Während der Mittagspause hatte ich mir mit ein paar topographischen Karten eine asphaltärmere Route zusammengebaut. Man will das Mountainbike ja auch mal fordern. ![]()
Strecke | 33,5 km
Dauer | 100 min
Anstieg | 469 Hm
ØHF | 158 bpm
max. HF | 185 bpm
Verbrauch | 1.034 kcal
Die erste Hälfte der Heimfahrt machte richtig Laune. Nach einem kurzen Wurzeltrail, der zwei Serpentinenbogen abschnitt, folgte eine lange Strecke quer durch den vogtländischen Wald… und plötzlich… befand ich mich wieder auf dieser %&$#!$%”$§?! Bundesstraße. Tja… da war ich wohl falsch abgebogen.
Nachdem ich der Bundesstraße bis in die nächste Ortschaft gefolgt war, kamen erste Übersäuerungsbeschwerden in den Oberschenkeln auf. Die Trinkflasche mit frubiase SPORT Plus (die ich als Notration dabei hatte) wurde angezapft… leider zu spät, hier half nichts Isotonisches mehr. Zu allem Überfluss tat plötzlich auch das rechte Knie weh. Ich dachte, solche Beschwerden kommen erst mit 30. ![]()
Mit diesen Handicaps gestalteten sich die letzten 12 Kilometer sehr zäh und unschön. Ich merkte bei jedem Tritt, dass mir ein 8-Stunden-Tag plus Bike-Tour in den Knochen steckte. An jedem Anstieg sehnte ich mich nach meinem Kombi, mit dem ich die Heimfahrt liebend gern fortgesetzt hätte. Aber auch solche Martyrien gehen einmal zu Ende und so bin ich sturzfrei und auch ein bisschen stolz kurz nach 18 Uhr zu Hause angekommen.
Mittlerweile überwiegen auch schon wieder die positiven Erinnerungen: Die schöne Landschaft sowie knackige Trails und Waldabfahrten. Aus den heute gesehenen Wegen muss auf jeden Fall noch eine Route für die Trails gebastelt werden.
Morgen fahre ich trotzdem erstmal wieder mit dem Auto. Je nach körperlicher Verfassung probiere ich, diese Woche noch mindestens einmal mit dem Mountainbike zur Arbeit zu fahren. Vielleicht werde ich auch auf den isotonischen Kram verzichten. Ein Arbeitsweg sollte doch eigentlich nicht in einer Materialschlacht enden.
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Ganz schön knackige Strecke. Da bin ich mit meinen 15 hin und 15 zurück ja prima bedient.
Wenn Du das mal ein halbes Jahr täglich durchgezogen hast, kommt es Dir vor wie der morgentliche Gang auf Klo!
Dann läufts eigentlich.
Wobei ich davon ausgehe, das Du bei täglicher Fahrt von 70km, spätestens am Donnerstag auf der Arbeit einschläfst.
Ja, ich fahre täglich!! Aber bei mir sind es im günstigsten Fall nur 5km, deshalb verlängere ich die Strecke schon freiwillig

Ich gebe Gerd recht, jeden Tag 70 km ist heftig, da ist der Schlaf am Donnerstag vorprogrammiert
Ab und zu als Trainingsersatz würde ich es machen!!
Ich fahre nicht mit dem Rad zur Arbeit, obwohl der Weg mit um die 15 km nicht so weit ist. Bei mir auf der Arbeit machen einige Kollegen auch bei einer “Mit dem Rad zur Arbeit” Aktion von der AOK mit. Ich selber ziehe da den öffentlichen Nahverkehr vor. Autofahren geht nicht, ich habe keinen Führerschein.
Der Grund weshalb ich nicht mit dem Rad zur Arbeit fahre ist der das der Weg durch ein “wildes” Gewerbegebiet mit viel LKW-Verkehr führt. Da fühle ich mich nicht so sicher. Außerdem befindet sich die Arbeitsstelle in einer Gegend wo man gerne mal mit einen Diebstahl rechnen kann.
@Gerd & Ralph: Das Müdigkeitsproblem hatte ich schon auf der Heimfahrt in Form von Übersäuerung in den Oberschenkeln. Die letzten 10 km bin ich sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch gekrochen.
5 bis 15 km halte ich für wesentlich realistischere Fahrradarbeitswege. Aber nachdem ich jeweils im Juni und Juli nichtmal 200 km geschafft habe, muss irgendwo Zeit fürs Training gefunden werden. Deshalb werde ich morgen (Donnerstag) auch wieder mit dem MTB zur Arbeit fahren. Ein gesunder Mix aus Auto und Bike wird wohl das Optimum sein.
@Bernd: Im Großraum HH machen öffentliche Verkehrsmittel hinsichtlich der benötigten Zeit sicherlich mehr Sinn, als den Arbeitsweg mit dem PKW zu bewältigen.
Bei meiner jetzigen Arbeitsstelle wäre der Täterkreis angenehm überschaubar. Außerdem wissen da die Leute noch, dass materielle Dinge demjenigen gehören, der sie bezahlt hat.
Deine Sorge um das Fahrrad beim Arbeitgeber kann ich nachempfinden. War als Student/Praktikant/Diplomand auch bei einem sehr großen Arbeitgeber, wo mein Bike sicher schnell und anonym vom Abstellplatz verschwunden wäre… wenn es dort jemals gestanden hätte.