Mit dem bereits getesteten Suunto PC POD lässt sich ohne passende Software nicht viel anstellen. Deshalb wird zu dieser Schnittstelle gleich der Suunto Training Manager Lite mitgeliefert. “Lite” ist bekannter Weise das salopp abgekürzte englische “light”. Hat man es hier mit einer Light-Software zu tun? Wurden Funktionen abgerüstet? Wenn ja, wie sehr?
Light im Preis
Der Training Manager Lite steht in der aktuellsten Version auf der Suunto-Homepage frei zum Download bereit. Das ist nur fair. Denn ohne den zugehörigen PC POD kann man damit überhaupt nichts anfangen.
Funktionen light?
Der Zusatz “Lite” bezieht sich tatsächlich auf den reduzierten Funktionsumfang des PC-Tools. Dieser ist auf die Fähigkeiten der Pulsuhren Suunto t3, t3c, t4 und t4c angepasst. Für den Trainingscomputer t6(c) wird der vollwertige Training Manager angeboten. Es werden fünf grundlegende Funktionen angeboten:
- Transfer und Dokumentation des Trainings-Logs vom Armbandcomputer
- Detaillierte Anzeige und nachträgliche Bearbeitung der aufgezeichneten Trainings-Einheiten
- Erstellen von Wochen-/Monats-/Jahresprotokollen des Trainings
- Erstellen von Monatsberichten über Trainingseffekt, Pulsverteilung und Aktivität
- Echtzeit-Aufzeichnung der Herzfrequenz
Der Funktionsumfang klingt fürs Erste sehr beeindruckend. Bei näherer Betrachtung relativiert sich das jedoch. Das Trainingslogbuch ist im Endeffekt nichts anderes, als das Log in der Pulsuhr selbst. Bloß, dass die Anzahl der gespeicherten Trainingseinheiten am PC nicht begrenzt ist. In der Grafik über den Trainingseinheiten wird das Aktivitätsniveau angezeigt. Besonders aussagekräftig ist diese Kurve nicht gerade. Der Traingseffekt ist an der Länge des Balkens der Trainingseinheit zu erkennen – genauso wie auf der Pulsuhr.
Mit einem Doppelklick auf so einen Balken kommt man in die Detailansicht der Trainingseinheit. Hier können dem Training ein Name gegeben, Ruhepuls und Stimmung eingetragen oder die zurückgelegte Strecke verändert werden. Alle anderen Informationen können auch so von der Uhr abgelesen werden.
Die Protokollfunktion dokumentiert die zurückgelegte Strecke, die Trainingsdauer, Pulsverteilung usw. über den Zeitraum einer Woche/eines Monats/Jahres.
Auf dem Berichtsblatt werden diese Informationen dann – als Säulen-/Tortendiagramm aufbereitet – ausgegeben. Das wäre prinzipiell eine angenehme Erleichterung der Trainingsdokumentation. Leider hat der User hier keinen flexiblen Bearbeitungsspielraum und ist voll und ganz auf die festgelegte Auswertung von Suunto angewiesen.
Meine persönliche Lieblingsfunktion ist die Aufzeichnung der Herzfrequenz in Echtzeit! Hierfür muss lediglich ein Suunto-Brustgurt angelegt sein. Der PC POD erhält die Daten direkt und zeichnet sie als zeitlichen Verlauf auf. Mit dem Ende der Aufzeichnung wird dieser Verlauf automatisch als Trainingseinheit im Log abgelegt.
Für die Pulserfassung beim Workout zuhause ist diese Funktion ganz nett. Absolut perfekt ist sie für die Bestimmung des Ruhepulses geeignet! Man braucht den Brustgurt einfach vorm Schlafengehen anzulegen und sich am nächsten Morgen die Kurve nur noch am PC anzusehen. Allerdings lassen sich keine exakten Werte aus dem Diagramm ablesen. Man muss also anhand der Skala die Werte schätzen. Sowas ist schwach.
Weiterführende Datenverarbeitung
Berichte und Trainingseinheiten lassen sich am besten als csv-Dateien exportieren (comma-separated values). Diese können in Excel nach einiger Aufbereitung weiterverwendet werden. Desweiteren steht ein Suunto-eigenes Datenformat zur Verfügung. Bloß wofür? Für den Transfer von Training Manager Lite zu Training Manager Lite?!
Andere – z.B. zu SportTracks kompatible – Datenformate sucht man vergebens.
Das engültige Fazit
Wie Ihr Euch vielleicht erinnert, steht das endgültige Fazit zum Suunto PC POD inklusive Training Manager Lite noch aus.
Kurz gesagt: Hardware = Spitze! Software = Naja.
Der PC POD selbst ist – wie von Suunto gewohnt – top verarbeitet. Ohne die mitgelieferte Software kann man ihn jedoch nicht benutzen. Diese bietet im Großen und Ganzen leider nur eine grafisch aufgefrischte Wiedergabe der Informationen, die man auch von der Pulsuhr ablesen kann. Für eine umfangreiche und flexible Dokumentation der Trainingsentwicklung ist das eindeutig zu wenig. Einzig die Echtzeiterfassung der Herzfrequenz erweitert das Funktionsspektrum der Suunto Armbandcomputer. Im Outdoor-Einsatz nützt mir das natürlich nichts. Zuhause ist es eine nette Spielerei. Nur dafür sind die Anschaffungskosten des PC PODs viel zu hoch.
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Das die Software nicht mit SportTracks kompatibel ist finde ich negativ.
Lässt sich wenigstens der PC Pod mit SportTracks auslesen??
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Ja, dieser Punkt ist definitiv negativ! Ich hoffe, das ist aus dem Kontext so zu verstehen.
Wegen Deinem Kommentar habe ich nochmal etwas recherchiert. Es git 2 SportTracks-Plugins für Suunto-Formate:
Suunto STE Import Plugin: Damit lassen sich STE-Dateien der Suunto t6(c) in SportTracks importieren.
GPSBabel Plugin: Umfangreiche Importdatenbank, die auch die Suunto-Trek-Manager-Formate enthält.
ABER: Keines dieser Plugins kann die sdf-Dateien des Sunnto Training Manger Lite importieren. Man ist also vollkommen auf sich allein gestellt mit dieser Software.
Ebenso ist ein direktes Auslesen der Uhr in SportTracks mittels PC POD nicht möglich.
Zusätzlich muss ich noch die Export-Formate korrigieren! Die einzelnen Trainingseinheiten können nur als sdf-Datei gesichert werden. Es ist kein csv-Export möglich. Protokolle werden als txt und Berichte als jpg(?!) oder xml exportiert.
Bitte entschuldigt diesen Fehler. Der Artikel entstand wegen Abwesenheit aus dem Gedächtnis. Da hatte mir die Erinnerung einen kleinen Streich gespielt.
Gruß
Andreas