Mit dem Test der Pulsuhr Suunto T3 beginnt eine mehrteilige Serie von Erfahrungsberichten, die sich mit meinem Trainingsequipment von Suunto befassen.
Die Suunto T3 ist seit Anfang 2008 in meinem Besitz. Mittlerweile ist bereits das Nachfolgemodell T3c auf dem Markt. Dieses ist ab Preisen von ca. 130,- EUR erhältlich und bewegt sich damit in direkter Konkurrenz zu den – in Deutschland sehr beliebten – Polar-Armbandcomputern. Wie schneidet der Polarherausforder nach über einem Jahr intensiven Einsatz ab?
Die Suunto T3 bietet folgende Funktionen:
- Trainingseffekt in Echtzeit
- Herzfrequenz und Kalorienverbrauch mit Zonentraining in Echtzeit
- Störungsfreie ANT-Datenübertragung und Codierung
- Geschwindigkeit, Distanz und Kadenz mit optionalen PODs
- Trainings-Logbuch im Instrument
Die Funktionen im Detail:
Das Alleinstellungsmerkmal der Suunto Puls-Computer gegenüber anderen Marken ist eindeutig die Berechnung und Anzeige des sogenannten Training Effect (TE). Hierbei handelt es sich um einen theoretischen Wert zwischen 1,0 und 5,0, auf dessen Höhe unter anderem die Trainingsdauer und die Durchschnittliche Herzfrequenz der Trainingseinheit Einfluss haben. Je höher der Wert ist, desto fordernder war das Training. Im Suunto-Handbuch findet sich zu den TE-Bereichen eine Übersicht mit Regenerationsempfehlungen. Mit dieser Orientierung bin ich bis jetzt immer recht gut gefahren.
Weiterhin stuft der Armbandcomputer selbständig den Sportler in eine Activity Class ein. Diese reicht von 0 bis 10 und wird anhand der wöchentlichen Gesamtdauer von sportlichen Aktivitäten errechnet. Obwohl dieser Funktion offensichtlich kein besonders wissenschaftlicher Berechnungsalgorithmus zu Grunde liegt, motiviert gerade diese Einstufung extrem. Es ist fast wie in einem spannenden Computerspiel, in dem man unbedingt den nächsten Level erreichen will.
Neben den gängigen Pulsmessfunktionen speichert der Suunto T3 die 15 letzten Trainingseinheiten mit allen (Runden-)Zeiten und -Daten ab. Die wichtigsten Gesamt-Trainingswerte (Kalorienverbrauch, Trainingsdauer, Trainingskilometer) werden für das vergangene halbe Jahre nach Monaten gespeichert.
Zum Kalorienverbrauch muss gesagt werden, dass dieser im Vergleich zu anderen Geräten und diversen Software-Berechnungen bei Suunto wesentlich höher angegeben wird. Inwiefern hier welcher Algorithmus der richtige ist, sollte nicht gefragt werden. Nach dem heutigen Wissenstand basieren alle Berechnungsmethoden auf nur schwer zu beweisenden empirischen Erkenntnissen.
Wie bei der Konkurrenz von Polar können an den Suunto T3 Armbandcomputer über ANT-Funktechnologie eine Vielzahl an Zusatzgeräten (PODs) gekoppelt werden. Die Produktpalette beginnt bei Foot- und Bike-PODs und endet bei GPS- und USB-PODs.
Bedienung & Wartung:
Da ich ein notorischer Handbuchignorierer bin, war ich anfangs von der Bedienung ein wenig überfordert. Die Menüführung war für mich etwas zu abstrakt und ich verlor schnell den Überblick, mit welchem Knopf ich nun genau wohin geraten bin.
Nach einem Blick in das – übrigens sehr gut lokalisierte – Handbuch entschlüsselte sich die Bedienung mit den 5 Knöpfen am Gehäuse sehr schnell. Für den vergesslichen Anwender sind auf dem polierten Stahlboden sogar noch einmal die Hauptfunktionen der Knöpfe an der entsprechenden Position eingeätzt/-gelasert. Tjaha, wer lesen kann, usw. usf. …
Auf jeden Fall war ich nach nur wenigen Tagen mit der Bedienung des Suunto T3 vollkommen vertraut.
Das Menü könnte man sich als mehrere Seiten vorstellen. Zuerst erscheint die Hauptseite mit Uhrzeit, dem allgemeinen Setup (Zeitformat, Körperdaten des Anwenders etc.) und dem Archiv der Trainingseinheiten. Für jedes angeschlossene POD wird das Menü um eine weitere Seite erweitert. Diese Seiten kann man mit dem Mode-Knopf (Mitte rechts) durchklicken. Jede beinhaltet ein POD-spezifisches Setup und vielfältige Anzeigemodi für die gemessenen Daten. Es lassen sich so auch Messgrößen von zwei verschiedenen PODs auf einer Seite anzeigen (z.B. Momentanpuls und -geschwindigkeit). So hat man mit einem kurzen Blick auf den Arm alle Informationen, die einen interessieren.
Ein großer Vorteil der Suunto-Geräte ist der Batteriewechsel. Hierfür muss die Pulsuhr nicht zu irgendeinem Service-Center gebracht/geschickt werden. Das Ganze funktioniert nahezu werkzeugfrei und die Wasserdichtheit von 3 bar (entspricht Spritzwasserschutz) bleibt trotzdem erhalten.
In Bezug auf die Wartung glänzen die Geräte von Suunto mit einem einfachen aber angenehmen und nachhaltigen Detail: Sowohl die Pulsuhr als auch sämtliche PODs laufen mit Batterien vom Typ CR2032! So braucht man nicht für jeden Adapter eine andere exotische Batterienklasse. ![]()
Das beleuchtete Display ist dann jedoch eine Spielerei, die ich bis jetzt noch nicht ernsthaft benötigt habe.
Der Brustgurt:
Mit dem Brustgurt der T3 kommen wir zu einem Punkt, der mich Anfang des Jahres schon fast von der Marke abgebracht hätte. Wie hier nachzulesen, traten nach einem Batteriewechsel ernste Probleme bei der Übertragung der gemessenen Herzfrequenz auf. Einige Male funktionierte der Trick, der im oben erwähnten Artikel die vermeintliche Lösung darstellte. Nach ein paar weiteren Wochen war dann aber sprichwörtlich Funkstille. Scheinbar ist das Gurtgehäuse durch den Batterientausch doch empfänglicher für Feuchtigkeit geworden.
Als gar nichts mehr ging, schickte ich den Gurt über den Suunto Warranty Service nach Finnland. Ich hatte nicht gedacht, dass der Brustgurt als Garantiefall behandelt würde, da er zum Einen ohne Kaufnachweis war (Geschenk) und zum Anderen jemand einen unsachgemäßen Batterietausch hätte vorwerfen können.
Nun ja: Nach ungefähr 2 Wochen war ein Päckchen im Briefkasten mit einem Brustgurt der neuen Generation – dem Comfort-Belt. Die entstandenen Kosten für mich beliefen sich auf insgesamt 16,- EUR Versandkosten an die DHL, die ich aber bei diesem Ergebnis gern in Kauf nahm.
Der Comfort-Belt funktioniert seit April einwandfrei und kam schon mehrmals schweißgebadet von Touren zurück… ohne Defekte oder Ausfälle. Sender und Elektroden sind nun in separaten Gehäusen auf an einem Textilriemen befestigt. Das trägt sich wesentlich angenehmer als der Funk-Mess-Kunststoff-Klotz vom Vorgängermodell.
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Fazit: |
In den weiteren Testberichten der Serie geht es um den Bike-POD und den USB-POD von Suunto.
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{ 10 comments… read them below or add one }
Es scheint das Du sehr überzeugt von Suuuuuuunto bist!
Ich hatte mal die Polar F11 und war zufrieden, man konnte sie allerdings nur zum Laufen benutzen. Es gab keinen Bike-Pod.
Fürs Biken habe ich jetzt den Sigma ROX 9, der sehr zu empfehlen ist, weil sehr genau, sogar die Höhenmeter!! Beim Laufen habe ich nur noch ‘ne Tchibo-Pulsuhr und es reicht mir hin
Ich bin mal auf die nächsten Tests gespannt!!
Gruß -Ralph-
Ja, bin mit dem Gerät sehr zufrieden. Hatte vorher aber noch keine vergleichbare Pulsuhr besessen. Insofern läuft meine Überzeugung unter subjektivem Eindruck.
Die vergleichbaren Pulsuhren von Polar aus meinem Bekanntenkreis finde ich prinzipiell auch nicht schlecht – sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis teilweise auch ein wenig günstiger. Bei der Wahl der Marke kam bei mir – wie immer – auch bisschen der Drang nach einem Produkt, das man nicht überall antrifft zum Tragen.
Den Sigma Rox finde ich auch äußerst interessant. Hätte ich damals nicht diese Pulsuhr geschenkt bekommen, wäre es wohl dieser Fahrradcomputer geworden. Mittlerweile brauche ich ihn einfach nicht mehr. Wozu noch ein Messgerät für Strecke, Geschwindigkeit und Herzfrequenz, wenn ich dafür schon ein Gerät am Handgelenk habe. Habe sowieso mein Cockpit komplett auf Purismus getrimmt. Da kommt maximal noch das Garmin zum Strecken aufzeichnen ran. Sonst nix. Fahre im Wald sowieso nach Gefühl. Die Momentangeschwindigkeit interessiert mich nur selten und meistens hat man dann sowieso keine Zeit darauf zu achten, wenn vor einem Wurzeln, Steine und Spaziergänger sind.
Was mich noch an den Suunto reizt, ist das tolle Design. Die sind nicht nur qualitativ gut, die sehen auch noch gut aus.
Aber ich bin ja zur Zeit mit Garmin voll abgedeckt.
Aber man weiß ja nie ab sich der Herr noch mal was ausgefallenes gönnt!
Also ich habe mich vor einiger Zeit für eine Polar FT80 entschieden. Leider eignet diese sich nicht für kontinuierliches Training im Lauf- oder Radbereich. Es gibt keine Möglichkeiten die Strecke aufzuzeichnen, um die Leistungen von Mal zu Mal echt zu vergleichen.
Ansonsten hat diese auch im fitness-Bereich einige Schwächen. Werde mich wohl nächstes Mal genauer informieren müssen, denn die Uhr ist sicher in einem eingeschränkten Bereich toll, aber nich optimal für meine Bedürfnisse.
Moin, moin,
ein Lob für die ausführlichen Tests!
Gibt’s den bei den Suunto Uhren mit ANT noch Interferenzen mit Hochspannung- oder Tramleitungen?
Das würde mich in dem Bereich schon überzeugen, da Polar vergleichbares (W.I.N.D.) nur in wenigen Modellen anbietet.
Danke und Gruß!
Wastl
@Wastl: Erst einmal willkommen auf meinem Blog und vielen Dank für den Kommentar.
Ehrlich gesagt, habe ich darauf bis jetzt noch nicht geachtet. Würde aber dazu tendieren, dass sowas nicht bzw. eher selten auftritt. Denn meine Fahrradtouren führen wohnungsbedingt die ersten und letzten Kilometer immer unter Tram-Leitungen entlang. Mir wäre sicher aufgefallen, wenn hier das Signal gestört wird.
Moin, moin,
danke für die schnelle Antwort! Ich werd mir mal die T4c bestellen!
Viele Grüße aus dem sonnigen Bayern!
Wastl
Hallo,
ich habe die t4c. Unter bestimmten Stromleitungen gibt es schon Störungen in der Anzeige. Da fahre ich dann schon mal 333 km/h den Berg hinauf. Aber es erscheint nicht in den Aufzeichnungen, also in den Zusammenfassungen. Und die Distanz ist davon auch nicht betroffen, egal wie lange die Anzeige spinnt. Ebenso kann die Anzeige der HF betroffen sein, aber nicht so oft wie km/h. Intern scheint aber die Uhr richtig zu laufen.
Das Problem sst aber nicht bei allen Leitungen der Fall. Allerdings schaue ich gerne und lieber in die Gegend oder auf die Straße.
Negativ ist aber die geringe Lautstärke aller Töne. Wenn man Intervall laufen will, sollte man die Uhr ans Ohr halten. Egal, wo man läuft, nichts zu hören. Zumindest bei meiner. Hätte beim Kauf mehr drauf achten sollen.
Viel Spaß
Hallo zusammen!
Ich habe seit geraumer Zeit auch eine t3d und bin soweit sehr zufrieden. Ein Punkt den ich jedoch beanstande ist die Aufzeichnung der Herfrequenzen. Dies geschieht, so wie ich das interpretiert habe, ausschließlich als Mittelwert. Wenn ich also das Logfile mittels POD in den Training Manager Lite lade, sehe ich nur den Mittelwert und nicht den zeitlichen Verlauf. Ein Mitloggen alle 2sek. wäre doch sehr interessant. Besteht die Möglichkeit bei der t3d dies zu aktivieren bzw. zu ändern?
Soweit ich das beurteilen kann, ist das zeitliche Logging der HF mit der T3(c) nicht möglich, weil ihr dazu der Speicherplatz fehlt.
Das zetiliche Live-Logging, das ich im Training Manager Test beschrieben habe, funktioniert ausschließlich mit dem Suunto PC POD. Dafür muss man sich im Umkreis des PCs von ca. 5m befinden, braucht aber auch nur den Brustgurt, da der PC POD dessen Daten direkt empfangen kann.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, der Suunto Memory Belt kann zeitliche Verläufe loggen. Auch hierfür braucht man nicht unbedingt eine Pulsuhr. Allerdings besitze ich keinen Memory Belt. Kann das also nicht 100%ig bestätigen.