Wenn das gestern…

by MTBTier on 10.06.2009 · 2 comments

in Training

… eine Schlammschlacht war, was war das dann heute?! Scheinbar hatte es über Nacht nochmals geregnet. So waren die Bodenbedingung noch eine Spur matschiger als gestern Abend, obwohl es fast den ganzen Tag sonnig war. Der starke, aber milde Wind wehte zwar einige Wolken vorbei, konnte meinen Drang zum Biken jedoch nicht schmälern.

Strecke | 33,2 km
Dauer | 79 min
Anstieg | ca. 385 Hm
ØHF | 158 bpm
max. HF | 181 bpm
Verbrauch | 1.046 kcal

Die Strecke führte mich zu Beginn mal wieder die Abfahrt vom Gasthof “Waldhaus Reißig” in Richtung Pfaffenmühle. Bereits gestern Abend gaben hier die Reifen Traktionsverlustswarnungen an den Rest des Fahrrads weiter. Heute musste das Bike noch aktiver am Boden gehalten werden, damit die längs und diagonal verlaufenden Furchen im Waldboden nicht zu Platzierungskämpfen zwischen Vorder- und Hinterrad führten. Will sagen: Das Hinterrad zeigte verstärkte Ambitionen, am Vorderrad vorbeizurutschen. Letzteres versuchte deshalb durch seitliches Ausscheren, das Hinterrad immer wieder zu behindern.


So war ich die ganze Abfahrt damit beschäftigt, mit den Armen das Vorderrad auf den Boden zu drücken, zwischendurch das Körpergewicht wieder mehr aufs Hinterrad zu verlagern, in den Kurven über die Pedale das Bike in den weichen Untergrund zu drücken und dann natürlich noch auf das mögliche Auftauchen von Fußgängern zu achten. Zum Glück waren keine unterwegs. Auch wenn ich die Situation permanent unter Kontrolle hatte, hätten sie mich für hirnamputiert halten müssen. Immerhin war schon nach wenigen Abfahrtsmetern mein Adrenalintrichter im Kopf übergelaufen und die Botenstoffe sprudelten nur so durch den Körper. Dementsprechend fand fast die gesamte Einstiegsabfahrt jenseits der 40-km/h-Marke statt. GE*L!!! :-D
Auf ebeneren Pfaden angekommen, wurde erstmal das Gesicht grob abgewischt und dem Wald wieder das zurück gegeben, was sich bergab in meinem Mund gesammelt hatte.

Die Weiterfahrt gestaltete sich dann eher unspektakulär aber dennoch schlammig. Vom Stadtwald aus führte mich mein Weg nach Syrau, dem Gasthof “Klein Amerika”, Mehlteuer und durch das Waldstück zwischen Syrau und Mehlteuer in Richtung Zwoschwitz. Der letzte Abschnitt dieser spaßigen Schlammrunde ging über Asphalt nach Kauschwitz zur Tankstelle im Einkaufszentrum. Nachdem mir mein Lieblingswaschanlagenbesitzer aus meiner standardmäßig mitgeführten Praxisgebühr (man kann ja nie wissen) Kleingeld gemacht hatte, konnte ich am SB-Kärcher die Münzen in Chips umtauschen und damit dann den Hochdruckreiniger in Gang setzen… ein Aufwand wie er sonst nur in schlechten Adventure-PC-Spielen betrieben werden muss.

Während der Reinigung machte ich mir Gedanken über die Messbarkeit der Güte einer Schlammschlacht. Die Einheit Kärcher-Chips erschien mir dafür sehr gut geeignet. Ein Kärcher-Chip (Geldwert 0,50 EUR) reicht bei mir für ein leicht angestaubtes MTB mit minimalen Schlammkrüstchen am Unter- und Sattelrohr. Mit zwei Chips lässt sich ein gleichmäßig dünn mit Schlamm bedecktes Fahrrad – teilweise schon angetrocknet – reinigen. Heute benötigte ich drei Chips!
Aus Dank für die umgehende Reinigung fuhr mich mein Hardtail im Anschluss zu meiner Dusche nach Hause. Brav.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Patent für meine neuartige SSQMM (Schlammschlachtqualitätsmessmethode) schnell genug in Kraft tritt, bevor sie irgendein Großkonzern als seine Idee vermarktet. 8-)

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1 Ralph Juni 11, 2009 um 07:35

Bei uns war es Gestern noch staubtrocken, so das ich mein Bike
mit einem weichen Handfeger reinigen konnte! Aber z.Zt. regnet es :-)

2 Maddin Juni 11, 2009 um 12:17

Da bei uns heute Feiertag ist, war die Waschanlage in meiner Nähe leider geschlossen. Ich war nämlich fest entschlossen auf dem Rückweg meiner heutigen Matschrunde die SSQMM zu testen. Also musste doch wieder der Gartenschlauch her, aber es waren bestimmt so gefühlte 3 Chips nötig um das Rad einigermaßen zu säubern. Für mich selber habe ich dann einfach 4 Chips in Anspruch genommen, und das schön heiss. ;-)

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