Mit Ausnahme des Pfingstmontags war der Juni bis jetzt komplett MTB-frei. Ich könnte jetzt behautpten, dass viel zu tun gewesen wäre, aber ein bis zwei Stunden zum biken wären sicherlich jeden Tag drin gewesen. Nein. Ich hatte einfach keine richtige Lust. Die Temperaturen waren recht frostig, die ganze Zeit wehte ein starker Wind und irgendwie konnte ich mich selbst nicht motivieren. Solche Phasen kommen und gehen.
Heute ging sie. Nach dem Abendessen konnte ich dem Fahrrad nicht mehr widerstehen. Also ab in den Sattel und los ging’s. So richtig wusste ich nicht, wie meine Runde aussehen sollte. In so einem Fall schadet der gewohnte Einstieg ins Elstertal über Reißg nie. Von dort folgte ich erstmal meinem Standardweg zum Mosenturm hinauf.
Für den anschließenden Weg zurück ins Triebtal wollte ich mal ein paar andere Trails als die bekannten ausprobieren. Mit dem Resultat, dass ich das Bike ins Tal getragen habe… Treppen. Alle 10 Meter 5-10 Stufen mit einer Höhe von jeweils über 20 cm. Das ist sicher fahrbar – sicherlich auch für mein Hardtail, aber heute hatte ich keinen Bock drauf.
Aus dem Triebtal ging’s gleich wieder über eine Kopfsteinpflasterstraße raus nach Jocketa und von dort wieder zurück ins Triebtal… und wieder Treppen. Es ist echt zum Heulen. In diesem Winkel gibt es wirklich geniale Trails, die man teilweise schon ein bisschen mit moderaten Alpentrails vergleichen könnte. Aber immer wenn man den “Trail-Flow” verinnerlicht hat, kommt eine Treppe mit einem Geländer, das genau in Lenker-Einrast-Höhe ist.
So ließ ich dann meine Trailsuche im Triebtal und folgte dem Elstertal in Richtung Barthmühle. Dort überquerte ich die Weiße Elster und fuhr den anderen Ufertrail zurück bis zum Lochbauer.
Nach einem kurzen Blick auf die Suunto T3, war klar, dass die bis dato gefahrenen 16 km mich nicht befriedigen würden. Also nochmal vom Lochbauer den gleichen Anstieg hinauf bis zum Mosenturm. Dort führte meine Route dann zur Talsperre Pöhl, an deren Ufer ich bis nach Altensalz entlang fuhr. Von Altensalz ging’s wieder zackig bergauf nach Voigtsgrün. Abschließend gab’s noch eine kleine Trailsurf-Tour durch den Voigtsgrüner Wald (vorbei an vielen jungen Liebespärchen, die scheinbar auf die Dunkelheit warteten
) und von Altchrieschwitz aus folgte ein letzter Anstieg nach Plauen, bevor ich mich auf meinen Heimweg konzentrieren konnte.
Irgendwie war das’ne richtig schöne Runde mit relativ vielen Höhenmetern gewesen. Die Anstiege liefen nach der einwöchigen Pause echt locker. Teilweise lag meine Durchschnittsgeschwindigkeit bergauf bei 14 – 15 km/h, wo ich sonst nur so 11 – 12 schaffe. Der Puls war hoch, aber ich habe mich konstant gut gefühlt – und das ganz ohne Getränke. Dafür könnt Ihr Leser mich jetzt ruhig rügen, aber manchmal mache ich das, um ein wenig Survival-/Hardcore-Charakter in die Touren zu bekommen.
So sieht der Spaß in Zahlen aus:
Strecke | 33,2 km
Dauer | 102 min
Anstieg | ca. 630 Hm (Höhenlinien auf Karte ausgezählt)
ØHF | 168 bpm
max. HF | 187 bpm
Verbrauch | 1.532 kcal
Wenn die vielen Treppen nicht wären, könnte man von’ner richtig genialen Strecke sprechen. Ich werde die demnächst in modifizierter Form mit GPS aufzeichnen. Reizvoll ist die Runde allemal.
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